Tag-Archiv für 'faschismus'

wenn das Identitäre wichtiger wird, als der Inhalt

Immer wieder Pali, langweilig. Trotzdem gab es gestern einen Kommentar auf narodnik, der mit seinem beschissenen hetzenden antisemitischen Inhalt eindeutig die Anschlussfähigkeit gezeigt hat, die den Palilappen egal aus welcher Motivation heraus als Symbol linker Inhalte disqualifiziert. Von Weltverschwörung, völkischem Widerstand bis zum großen Zion-Feldzug war alles dabei. Die deutsche Rechte hat sich auch nicht ein linkes Symbol angeeignet, sondern dem Symbol an sich waren schon immer rechte Inhalte immanent. Die Hetze hat narodnik richtigerweise so schnell wie möglich wieder gelöscht. Meinen Kommentar dazu auch, was wiedermal schön zeigt, dass die deutsche Linke lieber zensiert, um weiterhin in ihrem schönen falschen illusorischen Gebäude symbolgenerierter linker Identität zu bleiben, anstatt sich einzugestehen, dass wunschimplizierte Bedeutungen und Konstrukte nicht verhindern können, dass die dem Zeichen ursprüngliche Bedeutung Anschluss findet. Das Palituch war als Bauernbekleidung kein Symbol. Bedeutungsträger wurde es erst danach und an dieser Bedeutung richtet sich jede spätere Mythengenerierung aus.

Gestern den Antisemitenmist gelöscht – heute schon wieder einen Verteidigungstext des Lappens verlinkt. Das identitäre Konstrukt, und damit die eigene Subjektivität, ist einem Teil der deutschen Linken wichtiger, als inhaltliche Problematik. Das Außen muss ignorant verteidigt werden, da ansonsten der Trigger zur eigenen linken Wunschwelt fehlt. Anti-antideutsche Hetze scheint narodnik wichtiger zu sein, als sich mal inhaltlich mit der Problematik auseinanderzusetzen und mal zu hinterfragen, aus welchem Grund es auf seinem Blog solche Kommentare gibt, die seinem geposteten Beitrag widerspruchslos zustimmen und einen Schulterschluss zur Querfront gegen antideutsche Positionen üben.

Update:

Chavez als inszenierter Antifaschist

Manche feiern ihn jetzt ja so richtig ab, nachdem er auf Aznars Vergangenheit hingewiesen hat, die zweifelsfrei darauf schließen lässt, dass die Bezeichnung Aznars als Faschist mehr als gerechtfertigt ist. Es wird Chavez bei elser beispielsweise sogar „antifaschistische Aktion“ zugeschrieben. Dabei wird mal wieder klar, dass Medienrezeption ohne kritische Hinterfragung nur eines bewirkt: Medienopfer. Chavez weiß das auch und spielt natürlich schön damit. Dabei sind die Opfer in ihrem Jubel nicht mal mehr in der Lage den absurden Hintergrund zu erkennen, vor dem sich das ganze Spektakel abspielt, sondern arbeiten an ihrer eigenen Inszenierung als tolle Antifaschisten, die sich natürlich mit dem Zuspruch zu solchen Aktionen selbst aufladen möchten.

Der Ceresole Sympathisant und Verteidiger Chavez als Antifaschist! Kurz zu Ceresole: der Robert Faurrisson Freund, Neofaschist und Holocaust-Leugner, stand Chavez beratend zur Seite – der sich auch ideologisch an ihm ausgerichtet hat, schrieb für ihn das Buch „Caudillo, Ejército, Pueblo: la Venezuela del Comandante Chávez“ (1999) und wurde von Chavez als guter Freund und großer Intellektueller bezeichnet. Detailierter kann das beispielsweise bei Wikipedia nachgelesen werden.

Wird jedoch auf Chavez‘ Hintergrund hingewiesen, so hagelt es Unterstellungen von Querfrontopfern, wie hier in den Kommentaren nachzulesen.

Was sich da als Teil einer Linken inszeniert, gegen diesen Teil muss leider sogar der Kapitalismus verteidigt werden.