Tag-Archiv für 'deutsche-linke'

endlich schreitet die Kiezgemeinschaft zur Tat

Nachdem Prenzlauer Berg und Friedrichshain schon unterwandert und zersetzt wurden ist jetzt auch schon Neukölln gefährdet. Da schielen doch tatsächlich Menschen, die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse als Studenten oder minderbezahlte Freiberufler gezwungen sind sich günstigen Wohnraum anzumieten nach Neukölln! Allerdings haben sie sich eins nicht nehmen lassen, ein bisschen Stil und Geschmack, weshalb sie wie Aliens aus der Neuköllner Alternativkiezgemeinschaft herauszustechen scheinen. So sind die subversiven Elemente leicht auszumachen und es kann schon in den Anfängen dagegen vorgegangen werden.

Zum Beispiel kann ein Mob organisiert werden, der dann in das jetzt schon feindliche Kreuzberg eindringt, um dort sein barbarisches Bedürfnis ausleben zu können. Da muss man nicht darauf gespannt sein, was dann am 20. Juli alles von den Bäumen und aus den Höhlen der unkolonisierbaren Wildnis des Großstadtjungles Neukölln kriecht.

Eine brauchbare Definition von „Yuppie“ (in meiner Jugend der Neunzehnhundertachtziger war das mal die Abkürzung für Young Urban Professional) wird in den Kommentaren auch endlich geliefert:

Tja, gibt es ein bestimmtes Level für die Yuppierei. Ab achtzehn Uhr, wenn die kleinen Wonneproppen alle in die Heier gehen vielleicht? Braucht mensch dafür eigentlich Abitur oder reicht der Gabelstaplerschein aus? Können Frauen auch YuppieInnen sein oder sind sie nur die Beilage? Überhaupt du fragst ab wann ist man Y…? Aber eigentlich sollte die Frage lauten: „Wann ist mensch kein Yuppie!“ was allerdings zu Panikattaken und allen möglichen Rettungseinsätzen führen würden, sollte mensch auf der O-Strasse oder der Simon-Dach-allee auf so »dumme Gedanken« kommen.

Yuppie beschreibt im Allgemeinen den Mitmenschen den all diese Probleme: Sozialkahlschlag, Überwachungsstaat, Rassismus, Sexismus, Gentrifizierung, neue Armut, polizeiliche Repression und etliches mehr, nicht betreffen, weil er diese Probleme ja oft mutwilligt mit verursacht.

Allgemein, falls deine herzzerreisende Frage überhaupt ernst gemeint ist, unterscheidet der Yuppie sich von seinen Mitmenschen dadurch dass er (oder auch sie) das alles hat was andere Menschen nicht haben, auch wenn Kreuzberg und Friedrichshain sich dadurch auszeichenen dass es dort inzwischen ja mehrheitlich Yuppies sind, weil die örtliche Bevölkerung nach und nach abgewandert ist. Das führt logischer Weise dazu das die Yuppies sich gegenseitig als Yuppies beschimpfen und was bestenfalls zu einer anderen Frage führt: „Welcher Yuppie war zuerst da.“

Ja, das klingt doch nach der alten Slime Platte, die der Schreiber wohl auch zu Hause stehen hat:

Die autochtone Bevölkerung der beiden bösen Yuppie-Kieze Prenzlauer Berg und Friedrichshain wurde von der ersten Generation Yuppies verdrängt: den Alternativen und den folgenden Künstlern. Genau jene führen die bis dahin im Kiezfrieden lebenden Anwohner in die ungewollte Verdrängung, in die Umwandlung zum Szene- und Erlebniskiez.

Auch GSPler können sich hier noch einiges einleuchten lassen, wenn dann mal klar ist für was eigentlich der Yuppie und nicht der Staat zuständig ist.

Deshalb: Yuppies raus aus den Kiezen – Linke und Alternative zuerst.

neue Rubrik – geht nicht mehr anders

Der Rap ist so schlecht wie die Kapitalismuskritik.

via im*moment*vorbei

Niveaulimbo anyone?

HipHop-Elektro-Attacke gegen Stadtumstrukturierung und die ganze Kommerzkacke. Geboten werden außerdem Hassparolen und Sozialneid auf hohem Niveau. Kommt vorbei und bringt all eure kaputten und asozialen Freunde mit. Stoppt die Besatzung des P-Bergs durch Porno-Hippie-Schwaben, Sicherheitsdienste, Bullen und Überwachungsgeile Nachbarn! * Besatzer raus! Nieder mit dem Kapitalismus! Nieder mit der Casting-Allee! Wir bleiben alle!

Jetzt ist er endlich benannt der Hauptfeind. In völkischer Sortierung ist er ausgemacht, der grundschlechte Feind berliner Freiräume: der Schwabe. Es ist ja bekannt, daß sich der gemeine Schwabe an sich durch Geldgeilheit und unmenschlichen Akkumulationsdrang auszeichnet. Die geheime Übernahme der Herrschaft in den berliner Kiezen ist doch schon lange geplant und beinahe schon realisiert. Zum Glück wurde diese perfide Grundschlechtigkeit von einem Haufen tapferer Bewegungslinker ausgemacht.

Die idyllische Volksgemeinschaft berliner Freiräumler wird durch den Schwaben zerstetzt. Das geht so nicht! Stoppt die volksfremden Besatzungsmächte der Schwaben. Schwaben raus!

Vor den Schwaben war der P-berg nämlich kapitalismusfreie Zone. Nur diese Schwaben, diese Urkapitalisten, konnten so ein Unglück über die glücklich in P-berg verankerte Freiraumgemeinschaft bringen. Ist der Schwabe erst mal ausradiert, kann sich die befreite Gemeinschaft in ihrem Lebensraum sicher und wohl fühlen, denn sie ist weg die reale Bedrohung. Kapitalismus gibt es in P-berg ohne Schwaben ja sowieso nicht, weshalb die Abschaffung des selbigen mit dem Hinauswurf der Schwaben realisiert ist. Diese beständigen Forderungen nach einer Kritik am Kapitalismus nerven ja sowieso nur und halten von Aktionen ab. Wieso auch den Kapitalismus gescheit kritisieren, wenn die einfache Verjagung schwäbischer Subjekte doch völlig ausreicht, um im kapitalismusleeren Raum frei zu sein.

Hassparolen und Sozialneid, ja – aber nicht auf versprochen hohem Niveau (was auch nichts taugen würde) sondern auf Level linksdeutscher Bewegungstiefflieger. Da frag ich mich, wann dieser Niveaulimbo endlich ein Ende haben soll? Vermutlich gar nicht, immer wenn ich denke es geht nicht mehr schlechter wird aus igendeiner Ecke unterboten. Daß diese Veranstaltung eine Ansammlung Kaputter mit ihren noch kaputteren Freunden wird, daran zweifle ich nicht. Am besten am Tag vorher noch in die Köpi zum „Fuck Yuppie“ Auftaktrave. Da gibt es dann auch die Möglichkeit konkrete Freiraumbedrohungen zu betrachten: DKMler, welche für Schäden von mehreren Tausend Euro in linken Einrichtungen verantwortlich zeichnen. Woanders wie dem Subversiv, K9, Café Morgenrot und K85 haben diese Hausverbot. Für andere sind Yuppies und Schwaben der Feind, denn der hat von außen zu kommen. Heuschreckenschwärme, Schwabeninvasionen – berliner Freiraumfreunde haben es nicht leicht, da kann auf DKMler als potentielle Bündnispartner nicht verzichtet werden, auch wenn die ab und an in Freiräumen bisschen was kaputt kloppen gehen. Das ist ja dann auch nur so kaputt wie die Freunde, die mitgebracht werden sollen.

Fuck Yuppies! Fuck Schwaben! Ultrafuck Schwabenyuppies too! Alle hin zum Freiraumrave mit Kaputten, kaputten Freunden und kaputten Acts wie Holger Burner.

Mate als Ideologievorwand?

Eine der Spezifikas Berlins sind sogenannten Spätkaufs oder auch liebevoll Spätis genannt. Jederzeit einfach aus dem Haus und Waren des sogenannten alltäglichen Bedarfs von Milch über Kippen bis Bier einkaufen, das ganze wesentlich günstiger als an einer Tankstelle. Manche haben sogar 24 Stunden auf. Bei mir in der Ecke läßt die Spätidichte auf extremen Zuspruch schließen, innerhalb von 400m sind 5 Stück.

Die dort arbeitenden Menschen tun das, um damit im hier und jetzt über die Runden zu kommen. Irgendwo in Berlin scheint das anders zu sein. Bei Wendy im Kiez arbeiten Schweine im Späti, die sich dann auch noch durch extreme Geldgeilheit auszeichen. Ich weiß nicht in welcher Zoohandlung Wendy Mate einkaufen geht. Vielleicht läßt sich das Getier aber mit einer vorgehaltenen 08/15 davon überzeugen, statt 08 Cent doch 15 Cent als Pfand zurück zu erstatten. Vielleicht auch einfach nach Lichtenberg ziehen, der Weitlingkiez soll ja sehr beliebt sein. Viele dort sind weniger links aber genauso deutsch, die Begeisterung für 08/15 – ob Bier oder Flaschen wird dort bestimmt auch geteilt und nebenher gibt es dann ne Einführung in die deutsche Waffenkunde des Ersten Weltkrieges. Gegen geldgeile Schweine haben die mit Sicherheit auch was.

Staatsfan Wojna

Die unsäglichen Bandbreite um den anti-antideutschen Liedermacher Wojna – schon vorher Staatsfans:

Das wusste ich nicht. Tut mir leid, wenn ich da zwei Sachen in einen Topf werfe. Darüberhinaus würde ich allerdings dem Antinationalismus in einer neoliberalen Weltordnung auch nicht das Wort reden wollen, da Nationalstaaten für die arbeitende Bevölkerung das einzig verbliebene Protektorat darstellen – auch wenn die Staaten dem natürlich nur partiell gerecht werden.

(in der Kommentarspalte zu der von ihnen selbst inzwischen wieder gelöschten Peinlichkeit geheulten deutschen Liedgutes gegen Antideutsche auf youtube, aber hier in den Kommentaren ein Backup)

haben ihrem Drang gute Untertanen zu sein Ausdruck verliehen. Torsun wies bei einem Konzert sein Publikum darauf hin, daß die Argumentation der Bandbreite der der NPD nicht unähnlich ist. Da die nationalen Staatsfans der Bandbreite das argumentativ nicht widerlegen können, kam der Glaube des guten Untertanen an den regelnden Staat zum Tragen. Wenn die Argumente fehlen, verklagen – der Staat regelt das dann schon für seine Fans. Das Verfahren wurde eingestellt. Macht er halt doch nicht immer – dafür ist er ja auch nicht da. Nur wird Wojna auch das nicht verstehen.

der Kotzkübel der radikalen Linken

wurde mal wieder befüllt.

Die inhaltliche Auseinandersetzung um den 1 Mai muss sein:
Schäuble und die Rollstuhl-Demokratie.
Gesundheitsbereich: Kein Geld für Medizin aber Knete ab nach irgendwo wie Afghanistan etc.
Kein Geld für Krieg. Gesundheit für alle statt Waffen!
Wirtschaft ist im Arsch. Wer nichts kann und nix taugt soll verschwinden und dieses System taugt nichts also weg mit.

Quelle

„Rollstuhl“ ist also das Argument, welches die Demokratie zu etwas schlechtem macht. Schäuble als Lobbyist aller Rollstuhlfahrer hat heimlich still und leise die bisherige gute deutsche Demokratie in eine schlechte „Rollstuhl-Demokratie“ umgebaut. Ganz schöne Sauerei von den Rollstuhlfahrern. Da die Demokratie an sich ja was taugt ist „Rollstuhl“ das Kriterium der Untauglichkeit, sonst müsste nicht diese Unterscheidung getroffen werden.

Der Kapitalismus in seiner momentanen Krise taugt ja auch nichts. Die Wirtschaft ist schließlich im Arsch! Die permantenten Schädigungen des Kapitalismus wären irrelevant, wenn der Kapitalismus nicht ständig diese Krisen produzieren würde. Nein, deshalb taugt er nichts der Kapitalismus und deshalb muss er weg. Genauso wie jeder andere der „nichts kann und nix taugt“ und wie die Rollstuhlfahrer.

Passend dazu das extrem peinliche Mobi-Video zum sogenannten revolutionären 1. Mai.

Womit auch klar wäre was da an „revolutionären“ Kräften so alles mobilisiert wird nach Kreuzberg.

edit: Ausführliches zum Mobivideo gibt es auf vorstellungsrepraesentanzen.

Don`t need your dancefloor to keep on ravin`- Warum wir in der K9 keine Partys feiern

Ich bin der Gruppe nicht zugehörig, welche untenstehende Erklärung abgibt, aber das Verhalten des K9 hat sich einer Kritik zu unterziehen. Ich für mich weiss, wo ich keine Parties mehr feiere, solang sich die ganze Geschichte nicht mit einer Änderung des Verhaltens von Seiten K9 auflöst.

What happened. ..

Bereits im November schrieben wir, eine Berliner Partygruppe die K9 an, um nach möglichen freien Terminen für Solipartys zu informieren. Die K9 antwortete, sie seien auf der Suche nach einer Gruppe die regelmäßig Partys in der K9 veranstaltet und luden zum Plenum ein. Eine Vertreterin unserer Gruppe zählte auf die Frage, für wen die Gruppe sich vorstellen könnte Partys zu veranstalten den Ca-Ira-Verlag, die Konferenz des Bündnis gegen Appeasement, die Hummel-Antifa auf. Seitens der K9 gab es keinerlei Einwände. Als einzige Gruppen zu deren Gunsten nach Aussage der K9 keine Partys erwünscht sind wurden Parteien aufgezählt.
Wir stellten daraufhin ein Konzept für drei Partys auf und sendete es der K9 zu- das Bündnis gegen Appeasement wurde auch hier ganz konkret als Solizweck für eine Party am 1.2. genannt. Von der K9 kam als Antwort, man habe uns alle drei Termine reserviert. Mitte Dezember wurde an die K9 der Text für deren Veranstaltungsinfo gesendet inklusive des fertigen bookings, dass von Seiten der K9 aus mindestens 6 Wochen vor der Party feststehen sollte.
Mitte Januar bekamen wir eine knappe E-mail, in der mitgeteilt wurde, die K9 möchte das Bündnis gegen Appeasement nicht unterstützen. Die Werbung solle gestoppt werden und es wurde zum Hausplenum zitiert.
Etwas verwirrt teilten wir der K9 mit, dass ein Werbestopp angesichts 5000 öffentlich ausliegender Flyer schwierig wäre, dass es eine Zusage für die Party gab und bereits DJ`s gebucht sind. Gleichzeitig wurde bemerkt, dass wir als Partyveranstalter weder das Bündnis gegen Appeasement sei noch für dieses sprechen kann und will und eventuelle Probleme mit dem Bündnis doch mit diesem zu klären wären.

Als Antwort kam wiederholt nur der knappe Verweis auf das Hausplenum, denn man wolle über den ganzen Komplex, dass wir als Gruppe Partys in der K9 veranstalten wolle reden. Völlig im unklaren, was das Problem ist fanden sich Vertreterinnen unserer Gruppe auf dem Hausplenum ein. Es ging jedoch nicht, wie man eigentlich erwarten könnte darum, dass die K9 sich entschuldigte und wie jedem eigentlich klar sein dürfte sicher nicht an der fixen Idee festhält, eine fertig geplante Party zu der sie mehrfach zugestimmt haben genau dann zu canceln, wenn die Werbung gedruckt und verteilt ist.

It`s not about „gute laune“…

Der Sinn des Plenums war nach Aussage der K9 man wolle feststellen, ob man besagter Partygruppe „vertrauen“ könne. Konkret bedeutete dies, dass sich die anwesenden Vertreterinnen unserer Gruppe plötzlich in einer gesinnungspolitischen Fragerunde wiederfanden , deren Titel „Nun gebt doch endlich zu, dass ihr fiese antideutsche seid“ wieder. Obwohl wir mehrfach betonten, dass wir lediglich eine Partygruppe sind, die zur Hälfte aus DJ´s bestehe und uns nicht als Gruppe als solche politisch äußern wollen und können wurde beständig versucht, eine Stellungnahme zum Bündnis gegen Appeasement zu erringen.
Aussagen wie, man habe sich aus Interesse für das Thema die Konferenz als Solizweck ausgesucht wurde genügten nicht, denn schließlich wollte die K9 auf mehr hinaus. Hinter der Einstellung, man könne sich doch eine Konferenz angucken und die Diskussion über das Thema suchen wurde gleich eine Parteinahme gewittert. Entweder völlige Distanzierung oder das Geständnis man sei doch eigentlich selber so drauf wie die das Bündnis- nämlich Kriegstreiber!
Ganz abgesehen davon, dass der diffuse Vorwurf der Kriegstreiberei in keiner Weise belegt werden konnte verwunderte doch sehr das Ausmaß in dem besagten Bündnis eine enorme Machtstellung in der Weltpolitik zugeschrieben wurde. So hatten die Vertreterinnen unserer Gruppe das Gefühl sie hätten keine Party geplant sondern wären mit dem Panzer an der iranischen Grenze aufgefahren.

Beständig wurde eine Angewiesenheit unserer Gruppe von der K9 suggeriert und anwesende Hausis fanden es wahrscheinlich auch noch fürchterlich nett, schließlich möchte man ja nur reden und gebe netterweise der Gruppe noch eine Chance zur Läuterung.
In ihrer Strukturarroganz kam besagtes Hausplenum nicht mal ansatzweise auf die Idee, dass es überhaupt nie eine Angewiesenheit von der K9 gab, schließlich gibt es in Berlin auch noch wesentlich mehr Möglichkeiten zu feiern als im Friedrichshainer Südkiez. Letzten Endes hätte man sich rechtzeitig um andere Räumlichkeiten kümmern können oder überlegen können die Party für einen anderen Zweck zu machen. Für die K9 aber alles kein Grund. So gab das Hausplenum auch munter zu, dass man sehr wohl schon seit Mitte Dezember wußte, dass die Party nicht stattfinden wird, sah aber weder den Anlass dies der veranstaltenden Gruppe mitzuteilen noch festzustellen, dass die einzig akzeptable Lösung ein Stattfinden wie angefragt sein kann.
Das einzige was verhandelt werden sollte war, wie die Party am 1.2. zu ändern wäre, damit es der K9 genehm ist und unter welchen Optionen besagte Gruppe überhaupt in der K9 Partys veranstalten darf. Die Entscheidung wurde uns nach interner Diskussion per Mail mitgeteilt.

Don`t fuck with the DJ`s !

Immer noch im festen Glauben, es handele sich um ein paar Jugendliche die man wieder auf den linken Weg zurück führen müsste zückt sie den sozialpädagogischen Masterplan und fordert den gesinnungspolitischen Praxistest. So teilte die Friedrichshainer Super-Nannys uns mit man habe sich zu folgendem Konsens geeinigt: Die Party soll zu Gunsten des EA stattfinden, WEIL: Der EA unterstütze z. Zt. Antimilitaristen und nur so könne nach Ansicht eine Distanzierung von den „Kriegstreibern“ erreicht werden. Gleichzeitig wolle die K9 am gleichen Abend durch Flyer oder Gespräche ihre Position zum Bündnis klar machen.
Man hofft wohl immer noch, auf diese Weise uns zu einem Bekenntnis zu bewegen oder wahlweise einen politischen Läuterunsprozess einleiten zu können. Als hätten die 57 Rosenkränze die wir aus Reue jetzt täglich beten nicht schon gereicht… Es ist an sich schon eine Unverschämtheit Gruppen den Solizweck vorschreiben zu wollen, vor dem konkreten Hintergrund scheint die K9 ihren Zweitnamen „Größenwahn und Leichtsinn“ als einzigen Inhalt erkoren haben.

4/4 is more than this squat!

Wir haben die Faxen dicke und werden unsere Partys nicht in der K9 veranstalten. Bis jetzt wissen wir noch nicht, ob wir die Umkosten für Flyer und die Aufwandsentschädigung für die DJ`s, die sich ja den Abend schließlich freigehalten haben von der K9 zurückbekommen. Wir finden es mehr als nur angebracht.
In dem Sinne- Trotz des Stresses hoffen wir euch bald mit unseren Partys erfreuen zu können!

edit: hier noch mal eine Erläuterung zum K9 bei unkultur

wenn das Identitäre wichtiger wird, als der Inhalt

Immer wieder Pali, langweilig. Trotzdem gab es gestern einen Kommentar auf narodnik, der mit seinem beschissenen hetzenden antisemitischen Inhalt eindeutig die Anschlussfähigkeit gezeigt hat, die den Palilappen egal aus welcher Motivation heraus als Symbol linker Inhalte disqualifiziert. Von Weltverschwörung, völkischem Widerstand bis zum großen Zion-Feldzug war alles dabei. Die deutsche Rechte hat sich auch nicht ein linkes Symbol angeeignet, sondern dem Symbol an sich waren schon immer rechte Inhalte immanent. Die Hetze hat narodnik richtigerweise so schnell wie möglich wieder gelöscht. Meinen Kommentar dazu auch, was wiedermal schön zeigt, dass die deutsche Linke lieber zensiert, um weiterhin in ihrem schönen falschen illusorischen Gebäude symbolgenerierter linker Identität zu bleiben, anstatt sich einzugestehen, dass wunschimplizierte Bedeutungen und Konstrukte nicht verhindern können, dass die dem Zeichen ursprüngliche Bedeutung Anschluss findet. Das Palituch war als Bauernbekleidung kein Symbol. Bedeutungsträger wurde es erst danach und an dieser Bedeutung richtet sich jede spätere Mythengenerierung aus.

Gestern den Antisemitenmist gelöscht – heute schon wieder einen Verteidigungstext des Lappens verlinkt. Das identitäre Konstrukt, und damit die eigene Subjektivität, ist einem Teil der deutschen Linken wichtiger, als inhaltliche Problematik. Das Außen muss ignorant verteidigt werden, da ansonsten der Trigger zur eigenen linken Wunschwelt fehlt. Anti-antideutsche Hetze scheint narodnik wichtiger zu sein, als sich mal inhaltlich mit der Problematik auseinanderzusetzen und mal zu hinterfragen, aus welchem Grund es auf seinem Blog solche Kommentare gibt, die seinem geposteten Beitrag widerspruchslos zustimmen und einen Schulterschluss zur Querfront gegen antideutsche Positionen üben.

Update:

Chavez als inszenierter Antifaschist

Manche feiern ihn jetzt ja so richtig ab, nachdem er auf Aznars Vergangenheit hingewiesen hat, die zweifelsfrei darauf schließen lässt, dass die Bezeichnung Aznars als Faschist mehr als gerechtfertigt ist. Es wird Chavez bei elser beispielsweise sogar „antifaschistische Aktion“ zugeschrieben. Dabei wird mal wieder klar, dass Medienrezeption ohne kritische Hinterfragung nur eines bewirkt: Medienopfer. Chavez weiß das auch und spielt natürlich schön damit. Dabei sind die Opfer in ihrem Jubel nicht mal mehr in der Lage den absurden Hintergrund zu erkennen, vor dem sich das ganze Spektakel abspielt, sondern arbeiten an ihrer eigenen Inszenierung als tolle Antifaschisten, die sich natürlich mit dem Zuspruch zu solchen Aktionen selbst aufladen möchten.

Der Ceresole Sympathisant und Verteidiger Chavez als Antifaschist! Kurz zu Ceresole: der Robert Faurrisson Freund, Neofaschist und Holocaust-Leugner, stand Chavez beratend zur Seite – der sich auch ideologisch an ihm ausgerichtet hat, schrieb für ihn das Buch „Caudillo, Ejército, Pueblo: la Venezuela del Comandante Chávez“ (1999) und wurde von Chavez als guter Freund und großer Intellektueller bezeichnet. Detailierter kann das beispielsweise bei Wikipedia nachgelesen werden.

Wird jedoch auf Chavez‘ Hintergrund hingewiesen, so hagelt es Unterstellungen von Querfrontopfern, wie hier in den Kommentaren nachzulesen.

Was sich da als Teil einer Linken inszeniert, gegen diesen Teil muss leider sogar der Kapitalismus verteidigt werden.

unbewusste Selbstproletarisierung als emanzipatorischer Fauxpas

Hier im Blog schon mal als äußerst bemerkenswerten Gedankengang Gerhard Hanlosers erwähnt, folgt nun eine eingehendere Betrachtung des unreflektierten Konstrukts. Hier noch mal der Schlüsselsatz des Pamphlets:

Ganz im Gegensatz dazu kommen die demonstrierenden Palituch-Kids meist aus gutbürgerlichen Elternhäusern, von denen sie sich abzusetzen trachten. Bei ihnen ist es unbewusste Selbstproletarisierung unter internationalistischem Vorzeichen.

Im Folgenden soll es nicht um das Stück Stoff an sich gehen, sondern um die sehr viel mehr faszinierende Selbstproletarisierung mittelmäßiger Kids.

Der Nachwuchs des Bürgertums vollzieht durch die kapitalistische Aneignung, denn eine solche ist die Inbesitznahme von Symbolen differenter kultureller Äußerung durch Erwerb aus dem globalisierten Angebot zweifelsfrei, und Zweckentfremdung für eigene Absichten einen Klassenwandel. Dabei wechseln sie nicht nur unbewusst ins Lager des Proletariats, sondern schmeißen gleich noch das Konzept bürgerlicher Nationalstaaten in die Tonne. Das Symbol mit all seinen ursprünglichen Konnotationen hat auf Demonstrationen der deutschen Linken keine einzige seiner Bedeutungen als Funktion. Stattdessen wird es für eine sogenannte internationalistische Solidarität funktionalisiert und dient der Selbstdarstellung des Mittelmaßes als des besseren Proletariats. Die Aneignung des Symbols lässt bürgerliche Kids sofort in eine Art Elite-Proletariat aufsteigen – denn dieses hat sich seine Klasse selbst gewählt, im Gegensatz zum Rest der proletarischen Klasse, denen ökonomisch unterdrückt und ausgebeutet eine Wahlmöglichkeit verwehrt war.

Nun kann den Kids kein Vorwurf deshalb gemacht werden, schließlich erfolgte diese Wahl nicht reflektiert sondern unbewusst. Ein Beitritt ohne Absichtserklärung. Opfer einer internationalistischen Maschine, die sie durch Parolen verführt hat das Tuch anzulegen und auf eine Demo zu gehen, ausgenutzt aufgrund des Wunsches, sich von der eigenen gutbürgerlichen Familie abzusetzen. Zu dumm nur für die Internationalisten, dass der neugewonnene Klassenzuwachs nicht im Klassenkampf zu gebrauchen ist. Unbewusst selbstproletarisiert verbringen die bürgerlichen Kids den Rest ihres Daseins mit Unbehagen in der Mitte. Ein Unbehagen, dass sie sich selbst leider nicht erklären können, schließlich wechselt das Unbewusste nicht von selbst auf die Bewusstseinsebene – es ist ihnen unmöglich sich selbst aus Hanlosers Fängen zu befreien. Internationalisten sollten schleunigst eine Menge Psychoanalytiker rekrutieren, die das Klassenbewusstsein so bald als möglich ins Ich holen, um zu verhindern, dass die gerade gewonnenen Klassengenossen nicht ein vereintes neurotisches Proletariat bilden.

Durch den geschickten Zug der unbewussten Selbstproletarisierung werden die neuen Genossen der Möglichkeit der Selbstreflexion beraubt. Das Subjekt kann sich nicht mehr vom Anderen abgrenzen – der Weg ins Ich des Proletariats ist verwehrt, trotz generierter Zugehörigkeit. Lacans Spiegelstadium oder Althussers Ansprache werden unmöglich, alle Belange und Interessen des Proletariats finden keine Adressaten mehr. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein nicht zu unterschätzender Prozentsatz der Palituch-tragenden deutschen Linken einen bürgerlichen Background aufweist. Sie alle haben den von Hanloser deklarierten Prozess der unbewussten Selbstproletarisierung durchlaufen und verharren nun in apathischer Handlungsunfähigkeit. Diese deutsche Linke manifestiert die herrschenden Verhältnisse und rekrutiert immer neue Mitglieder für das neurotische Proletariat. Hanloser betreibt eine Absage an den Klassenkampf – er beraubt das Proletariat seines Bewusstseins und seiner Handlungsfähigkeit. Innerhalb der antiimperialistischen Linken agierend ist er für sie gefährlicher als die antideutschesten der Antideutschen. Seine Polemik gegen diese dient nur der Ablenkung von der eigenen Absicht.

warum Paliträger gerne coole Kids wären

Gerhard Hanloser hat einen unsäglichen Text geschrieben, warum Pali-Kids doch cool wären. Neben der typischen Romantisiererei befasst sich der Text dann aber mit extrem bemühtem Antideutschen-Bashing.

Der schönste Satz des Ergusses:

Ganz im Gegensatz dazu kommen die demonstrierenden Palituch-Kids meist aus gutbürgerlichen Elternhäusern, von denen sie sich abzusetzen trachten. Bei ihnen ist es unbewusste Selbstproletarisierung unter internationalistischem Vorzeichen.

Das mittelmäßige Bürgertum proletarisiert sich also selbst, indem es sich den Antisemitenlappen umhängt. Das Proletariat wäre demzufolge per se antisemitisch, da das tragen antisemitscher Codes allein ausreicht, um zugehörig zu sein. Seltsame Kausalkette, die da generiert wird. Auch interessant, das internationalistische Proletariat setzt sich zu einem bemerkenswerten Teil aus Kids mit gutbürgerlichem Background zusammen. Allerdings fehlt diesem Proletariat dann das Bewusstsein, da die Transformation ja unbewusst mit dem Tragen des Lappens in Gang gesetzt wird. Die Palituch-tragende Linke rekrutiert sich aus der deutschen Mitte.

Bei solchen Texten muss es nicht wundern, dass ein Teil der deutschen Linken resistent gegen historische Fakten ist.

Coole Yuppies tragen Pali

Von einer Freundin bekam ich zwei Links geschickt, die einem die Sonderlichkeiten des mittelmäßigen Modegeschmacks aufzeigen. Bei einem Online Versand bestellbar, bei einem anderen als Accessoir platziert und unter dem Stichwort „herrlich einfach“ zu finden: das Palituch.

Es muß nicht immer der glatte
Harvard-Stil sein – Auch leises
Rebellentum mit Anstand überzeugt.
Ein Trend, der sich völlig
unkompliziert stylen lässt.

Keine Frage: Das Palituch ist ein Kleidungsstück mit Geschichte. In den 30ern von Amin el-Husseini eingeführt, stand es für den Widerstand gegen die „kulturelle Moderne“ des Westens. Besonders die deutsche Linke griff diese Thematik in den 70ern auf und ließ sie in ihre eigene Revolution einfließen. Ein solches Symbol für das Radikale, dessen ursprüngliche Konnotation zunehmend verblasst und sich rebellisch-nostalgisch in bunten Farben in das Modegeschehen einfügt, kann Dich durchaus auch heute noch in sehr interessante Gespräche verwickeln. Just to let you know.

Jaja, so ist sie, die deutsche Mitte. Immer rebellisch und revolutionsbereit. Natürlich muss das auch in Zeiten hochkomprimierter Stylecodes nach außen kommuniziert werden. Schließlich steckt die Mitte in einem anstrengenden Strom aus Information, Lifestyles und tollen Lebensentwürfen, der neben dem Basteln an der eigenen individuellen Karriere am Laptop ein Hoch an intellektueller Leistung abfordert – was sie als Revolutionsführer mehr als qualifiziert. Im dekodieren der Oberflächlichkeiten, einem beiläufigen Task im Betriebssystem der digital Bohéme, ist jeder dankbar, dass die sogenannte Postmoderne den Mythos anbietet alles mit allem kombinieren zu können, ohne auf ursprüngliche Bedeutungen achten zu müssen – frei nach Benjamin’s Kunstwerk im Zeitalter der industriellen Reproduktion muss das Original nur oft genug kopiert werden, um sich selbst seines Inhalts zu entleeren und als leere Hülle einen praktischen Behälter für hippe zeitgemäße Codes zu liefern.

Eine verblassende Konnotation verschwindet jedoch nie ganz im Signifikat. Wie spätestens seit Roland Barthes bekannt behält dieses augenscheinlich vorher entleerte und mit neuen spannenden Geschichten aufgefüllte Tuch seine ursprüngliche Bedeutung durchaus versteckt weiter – nähren sich doch alle neuen Mythen daraus. Jede neue Bedeutung baut auf der ursprünglichen auf und ist ein Kind derer. Das Revolutionstuch der Antisemiten findet in der Postmoderne genau dort seinen Hipnessfaktor, wo seine ursprüngliche Konnotation auf fruchtbaren Boden fällt: im stylischen Mitte, am modernisierten rechten Rand und in der deutschen Linken. Antisemitismus hat seinen braunen Makel versteckt und es gibt ihn jetzt in tollen lustigen Farben beim Modedealer deines Vertrauens.

Nun könnte man diese Betrachtung als übersensible paranoide Reaktion auf etwas abtun, was ja allseits lang bekannt ist: der Kapitalismus integriert früher oder später alles in seinen Verwertungskreislauf, was den Anschein auf Gewinn verspricht und nimmt dabei wenig Rücksicht auf ursprüngliche Bedeutungen. Die deutsche Mitte, in ihrer Mittelmäßigkeit nicht unbedingt motiviert, sich mit Details aufzuhalten, wenn es doch reicht den eigenen Status nur gegenüber der Mitte selbst zu kommunizieren, weist auf die politische Entwertung durch den Massenmarkt, das etablierte und von jeher gängige Sampling in der Modewelt, die ja selbst nur um ihrer eigenen Oberflächlichkeit willen da ist, oder das Spiel mit den Zeichen als Variablen der eigenen Individualitätsfindung hin. Auf den ersten Blick scheint das auch plausibel. Im Medienrummel von Pop und Kommerz wird schließlich offen damit kokettiert beliebig oft Äußerlichkeiten neu anzuordnen oder auszutauschen, um gewünschte Images zu generieren und glaubhaft zu vermitteln. Die generierten Konstrukte existieren in ihrer medialen Hyperrealität glaubhafter und eigenständiger als ihr Vermittler, der als Trigger in die außermediale Welt nicht etwa die Farce aufdeckt, sondern vielmehr die Grenzen verwischt. Durch den offenen Umgang der ständigen Neuerfindung und damit verbundenem Erfolg in Form von Medienpräsenz entstand die Maschine, die Bordieu’s Übernahme der Wirklichkeitsempfindung durch die Hyperrealität eine Praxis verleiht. Die retuschierten Abbilder der Models stellen das Schönheitsideal, an dem trotz offensichtlicher Falschheit die Selbstbilder der Nachahmer zerbrechen. Die Erhöhung in die Hyperwirklichkeit schafft den Fetisch, mit dem sich Umsätze und Gewinne generieren lassen. Dieser Abriss offensichtlicher und deshalb auch bekannter Praxis erklärt noch nicht, wieso das Palituch nicht einfach ein in sich bedeutungsloser weiterer kurzfristiger Modegag ist, sondern offenlegt, dass die deutsche Mitte trotz obligatorischem Leugnen dankbar Antisemitismus als neuen Stylefaktor zelebrieren kann.

Der offene und für jeden nachvollziehbare Vorgang medialen Spektakels weist jedoch alles auf, was nach Johan Huizinga zu einem Spiel gehört. Eine definierte unabhängige Spielwelt, ein Regelwerk, an das sich alle Spieler halten, Befriedigung in sich selbst und Abgelöstheit von realen Gegebenheiten. Die Parallelwelt des Spieles duldet keine Kritik von außen, was ihre Regeln betrifft. Jede Intervention muss von einem Spielverderber kommen, der alle Akteure ihrer Welt berauben, die für das Spiel nötigen und akzeptierten Regeln ändern und folglich das Spiel an sich gefährden will. Im Gegensatz zu Falschspielern, die in ihrem Betrug die Regeln immer noch anerkennen, das Spiel an sich nicht gefährden, bewegen sie sich doch selbst innerhalb dessen, muss der Spielverderber mit der Ignoranz und der geschlossenen Sanktionierung aller Akteure rechnen. Das Spiel und seine Spieler entziehen sich per se der Kritik.

Diese Mechanismen treten auch in den Reaktionen auf Kritik an der Integration des Palituches in das farbenfrohe Spiel der Modewelt auf. Das Tuch sei doch nur ein Stück Stoff in das man nicht zwanghaft etwas hineininterpretieren müsse, und wenn es doch noch eine immanente Bedeutung hätte, dann wäre die Präsenz in einer (selbstempfunden) unpolitischen Masse und die politische Entwertung durch industrielle Massenreproduktion doch der richtige Weg, um das Tuch nicht als Identifikationsmerkmal judenfeindlicher Strömungen stehen zu lassen. Genau hier tritt jedoch die Ursprungsmotivation der Träger zu tage. In der Öffentlichkeit des Spiels und seiner Komponenten macht genau das Versteckte das Tuch zum sexy Modeaccessoire für die Mitte. Nicht ohne Grund wurde genau dieses aus einem Pool unzähliger Zeichen und Utensilien revolutionärer Geschichte erwählt. Es eröffnet Möglichkeiten zielgerichteter Anschlußkommunikation und ruck zuck ist der Träger in interessante Gespräche mit coolen derealisierten Magdeburgern verwickelt, die auch gleich ein paar nette Faschisten mit an den Tisch bringen, welche sich für die besseren Ideen der Magdeburger GIS begeistern konnten. Im Kokettieren mit der antisemitischen Konnotation erhält das Tuch seinen Mehrwert, der es aus dem Angebot des Pools heraushebt und nicht etwa die Solidarisierung mit palästinensischen Flüchtlingsschicksalen sondern der Bruch des Tabus offen gezeigter antijüdischer Codes generiert seinen Reiz. Nicht ohne Grund verweist schon der Verkaufstext der Yuppie-Modeschmiede Hüftgold auf El Husseini, bei dem offensichtlich historisch keine israelkritische Position politischen Agierens des Staates vertreten werden konnte, sondern ganz klar judenfeindliche Standpunkte eine Rolle spielten. Genau in der Verteidigung des Spieles der Mode-Yuppies gegen spielverderberische Einwände tritt eine Verteidigung antisemitischer Perspektiven zu tage, die auch den kritischen Punkt kennzeichen, der Intervention zur Notwendigkeit werden lässt. Wie Huizinga schlüssig darlegt ist das Spiel nicht Produkt kultureller Äußerung, sondern generiert selbst Kultur.

Spielerisch erprobte Integration des offenen Antisemitismus in die alltägliche kulturelle Praxis entlarvt jedoch den Status Quo gesellschaftlicher deutscher Mitte.

Dazu bekam ich von einem Bekannten eine nette satirische Umsetzung zugesandt, man achte auf den Verkaufstext:

Keine Frage: Die Hakenkreuzbinde ist ein Kleidungsstück mit Geschichte: In den 30ern von Adolf Hitler eingeführt, stand es für den Widerstand gegen die Volkszersetzung durch die Juden. Besonders die deutsche Linke und Rechte griff die Thematik in den späten 90ern auf und ließ sie in ihre eigene Revolution einfließen. Ein solches Symbol für das Radikale, dessen ursprüngliche Konnotation zunehmend verblasst und sich rebellisch-nostalgisch in bunten Farben bald in das Modegeschehen einfügt, kann Dich durchaus in sehr interessante Gespräche verwickeln. Just to let you know.