Nachdem Prenzlauer Berg und Friedrichshain schon unterwandert und zersetzt wurden ist jetzt auch schon Neukölln gefährdet. Da schielen doch tatsächlich Menschen, die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse als Studenten oder minderbezahlte Freiberufler gezwungen sind sich günstigen Wohnraum anzumieten nach Neukölln! Allerdings haben sie sich eins nicht nehmen lassen, ein bisschen Stil und Geschmack, weshalb sie wie Aliens aus der Neuköllner Alternativkiezgemeinschaft herauszustechen scheinen. So sind die subversiven Elemente leicht auszumachen und es kann schon in den Anfängen dagegen vorgegangen werden.

Zum Beispiel kann ein Mob organisiert werden, der dann in das jetzt schon feindliche Kreuzberg eindringt, um dort sein barbarisches Bedürfnis ausleben zu können. Da muss man nicht darauf gespannt sein, was dann am 20. Juli alles von den Bäumen und aus den Höhlen der unkolonisierbaren Wildnis des Großstadtjungles Neukölln kriecht.
Eine brauchbare Definition von „Yuppie“ (in meiner Jugend der Neunzehnhundertachtziger war das mal die Abkürzung für Young Urban Professional) wird in den Kommentaren auch endlich geliefert:
Tja, gibt es ein bestimmtes Level für die Yuppierei. Ab achtzehn Uhr, wenn die kleinen Wonneproppen alle in die Heier gehen vielleicht? Braucht mensch dafür eigentlich Abitur oder reicht der Gabelstaplerschein aus? Können Frauen auch YuppieInnen sein oder sind sie nur die Beilage? Überhaupt du fragst ab wann ist man Y…? Aber eigentlich sollte die Frage lauten: „Wann ist mensch kein Yuppie!“ was allerdings zu Panikattaken und allen möglichen Rettungseinsätzen führen würden, sollte mensch auf der O-Strasse oder der Simon-Dach-allee auf so »dumme Gedanken« kommen.
Yuppie beschreibt im Allgemeinen den Mitmenschen den all diese Probleme: Sozialkahlschlag, Überwachungsstaat, Rassismus, Sexismus, Gentrifizierung, neue Armut, polizeiliche Repression und etliches mehr, nicht betreffen, weil er diese Probleme ja oft mutwilligt mit verursacht.
Allgemein, falls deine herzzerreisende Frage überhaupt ernst gemeint ist, unterscheidet der Yuppie sich von seinen Mitmenschen dadurch dass er (oder auch sie) das alles hat was andere Menschen nicht haben, auch wenn Kreuzberg und Friedrichshain sich dadurch auszeichenen dass es dort inzwischen ja mehrheitlich Yuppies sind, weil die örtliche Bevölkerung nach und nach abgewandert ist. Das führt logischer Weise dazu das die Yuppies sich gegenseitig als Yuppies beschimpfen und was bestenfalls zu einer anderen Frage führt: „Welcher Yuppie war zuerst da.“
Ja, das klingt doch nach der alten Slime Platte, die der Schreiber wohl auch zu Hause stehen hat:

Die autochtone Bevölkerung der beiden bösen Yuppie-Kieze Prenzlauer Berg und Friedrichshain wurde von der ersten Generation Yuppies verdrängt: den Alternativen und den folgenden Künstlern. Genau jene führen die bis dahin im Kiezfrieden lebenden Anwohner in die ungewollte Verdrängung, in die Umwandlung zum Szene- und Erlebniskiez.
Auch GSPler können sich hier noch einiges einleuchten lassen, wenn dann mal klar ist für was eigentlich der Yuppie und nicht der Staat zuständig ist.
Deshalb: Yuppies raus aus den Kiezen – Linke und Alternative zuerst.