das lysische Paradoxon II

„Der Bau der Mauer war in jedem Fall eine Maßnahme, um zu verhindern, dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten“

so Christel Wegner im allseits bekannten Interview – und zwar um zu verhindern, daß der Westen den Osten wirtschaftlich dadurch schädige, indem er ihn billig auskaufe. Die wirtschaftliche Schädigung bestand allerdings auch darin, daß dem Osten durch den nicht abreißenden Flüchtlingsstrom in den Westen die zum Aufbau notwendigen Arbeitskräfte auszugehen drohten. In der Folge wurden nicht etwa konsumgeile Westler an der Mauer erschossen, sondern Menschen, die im kapitalistischen demokratischen System des Westens die persönlich bessere Alternative im Vergleich zur realsozialistischen Macht- und Gewaltstruktur für sich sahen.

Die einseitige geschichtsrevisionistische Darstellung der Mauer als Schutzwall gegen ein feindliches Außen verklärt diese zu einer netten Notwendigkeit, die in der Gänze ihrer Funktion bei einem Systemwechsel jederzeit wieder zu installieren wäre. Meint nicht Christel Wegner sondern andere.

Und: ohne Mauer ist das nicht meine Revolution.

Dafür wird dann Zizek bemüht, der sich in verlinktem Zitat aus „Die Tücke des Subjekts“ über die Notwendigkeit von Gewalt im Akt der politischen Befreiung äußert. Der erzwungene Systemwechsel geht zweifelsfrei nicht ohne Gewaltanwendung ab und benötigt auch diejenigen, die diese Gewalt befürworten und Handlungsmacht übernehmen. Als Beispiel führt Zizek die französiche Résistance zur Zeit der deutschen Besatzung an. Der Akt der Befreiung ist mit sogenanntem terroristischem Handeln verbunden. Soweit zur Abschaffung des herrschenden Systems. Was Zizek in dem Zitat NICHT behandelt ist die Gewaltanwendung nach der Befreiung. Hier werden seine Ausführungen für die Legitimation der Mauer in all ihren Konsequenzen mißbraucht. Wer das tut hat Zizek nicht verstanden.

Als Beispiel Zitate Zizeks über Macht- und Gewaltverhältnisse im Realsozialismus:

Es gibt also Dinge, die im Kommunismus besser waren?
Wenn ich nach dem höchsten Grad intellektueller Freiheit suche, dann waren das die letzten Jahre des Kommunismus. Die Machthaber wussten, dass ihre Zeit um war. Also versuchten sie verzweifelt, nett zu sein zu allem und jedem. Plötzlich wurden Homosexuelle nicht nur toleriert, die Regierung sandte sogar Delegationen, die den Schwulenorganisationen ihre Unterstützung versprachen, ihre Publikationen finanzierten usw.

Ich preise damit nicht den Kommunismus. Die Instrumente der Macht waren immer noch da. Aber sie wurden nicht mehr angewendet.

Wie wirkte sich die neue Meinungsfreiheit denn konkret aus?
Es kam zu den abstrusesten Situationen. Einige meiner Freunde – ich nenne sie nicht, sie würden mich dafür hassen – waren von den neuen Freiheiten irritiert. Auch sie wussten: Der Kommunismus ist am Ende. Aber sie erwarteten von ihm noch eine letzte Ehre: eine kleine Verurteilung, eine angedrohte Haftstrafe, ein hübsches Berufsverbot.

Unter dem Kommunismus hatte die Regierung Angst vor den Intellektuellen, denn das Wort zählte. Also wurde die freie Rede unterdrückt.

Wie erlebten Sie die Zeit davor, den ungebrochenen Realsozialismus?
Als Erfahrung faszinierend. Die Obszönität der Macht war überall und äusserte sich häufig paradox. Ich wusste von jungen Leuten im Gebäude des Zentralkomitees, die ihren Job verloren – nicht weil sie Dissidenten waren, sondern weil sie das System zu ernst nahmen! Das wurde von der Macht, der Nomenklatura, als gefährlich angesehen. Gerade wer der Ideologie zu sehr traut, muss unweigerlich feststellen, dass sie nicht funktioniert. Es amüsierte mich immer wieder, wie gerade die Mitglieder der Nomenklatura ihr System nie wirklich ernst nahmen. Es ging um Macht und um Posten. Das wollten meine westlichen Freunde nie wahrhaben, diese arroganten westlichen Linken, die uns Verrat am Sozialismus vorwarfen, uns erklären wollten, wie kostbar doch das Experiment Jugoslawien gewesen sei. Speziell ja, aber doch Unterdrückung.

Anmerkung zu letztem Zitat: Zizeks „zynische Untertanen“

aus: weltwoche 45/05

Vielleicht liegen letztlich darin die Gründe der Ostalgie, in der Vorstellung, dass mit dem Zusammenbruch des Realsozialismus trotz all seiner Schrecken und Fehlschläge etwas Kostbares verloren ging, ein einzigartiger utopischer Moment in unserer Geschichte…

aus: „Zurück an die Arbeit“, Die Zeit 18/2000

Ganz klar geht Zizek mit dem Realsozialismus in seiner Praxis der Macht- und Gewaltanwendung nicht konform und legitimiert damit in keinster Weise die Mauer.

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20 Antworten auf “das lysische Paradoxon II”


  1. 1 lysis 20. Februar 2008 um 17:19 Uhr

    Bist du bescheuert, oder was? Wo hab ich denn die „Mauer als Schutzwall gegen ein feindliches Außen“ bezeichnet? Die Funktion der Mauer war, die Einheit Deutschlands zu zerschlagen. Nur ein Deutschnationaler kann den Mauerfall als Befreiung erlebt haben.

  2. 2 scheckkartenpunk 20. Februar 2008 um 18:13 Uhr

    dieses verständnis der mauer hat anscheinend christel wegner, mit der du dich ja ausdrücklich solidarisch erklärst und gleich deine mauerforderung hintendranstellst. ich kann da beim besten willen keine differenzierung herauslesen.

    die zerschlagung deutschlands ist doch eher den aliierten zuzuschreiben. beim bau der mauer war das geteilte deutschland doch schon beinahe 12 jahre realität. ich kann da kein konstituierendes moment der zerschlagung erkennen. vielleicht noch einen beiläufigen hineininterpretierten symbolischen akt der endgültigkeit – wobei ich den auch anzweifle, immerhin hieß es in der nationalhymne der ddr „Auferstanden aus Ruinen/Und der Zukunft zugewandt,/Laß uns dir zum Guten dienen,/Deutschland, einig Vaterland./Alte Not gilt es zu zwingen,/Und wir zwingen sie vereint,..“. die option eines vereinigten deutschlands war auch in der realität der ddr nicht vom tisch – nur wollte diese die vereinigung unter anderen vorzeichen.

    mir aus einer kritik an der praxis der mauer wiedervereinigungstaumel anzudichten und dann auch noch eine nationaldeutsche gesinnung zu konstruieren ist absurd und nur aus falschen tatsachen heraus machbar. die praxis der mauer war übrigens auch vor der wiedervereinigung weg.

  3. 3 lysis 20. Februar 2008 um 18:33 Uhr

    offenbar bist du tatsächlich bescheuert. die ddr hätte ohne die mauer keine fünf jahre mehr existiert.

  4. 4 scheckkartenpunk 20. Februar 2008 um 18:38 Uhr

    wie oben erwähnt aus der bedrohlichen schwächung für den aufbau durch abwanderung heraus. und ich seh immer noch nicht, warum die praxis der mauer bedingung einer erneuten revolution sein muss. also wenn sie konstituierendes moment der zerschlagung wäre (wie geschrieben, ich sehe nicht diese zerschlagungsabsicht hinter der motivation der damaligen ddr führung) – willst du dann die revolution nur in einem teil deutschlands, um die mauer als notwendigkeit mitnehmen zu können? ansonsten wäre deutschland nach der revolution doch sowieso abzuschaffen. wozu dann eine praxis der mauer?

  5. 5 lysis 20. Februar 2008 um 18:50 Uhr

    ey, sa ma, wie realitätsfern bist du eigentlich, dass du von einer revolution in deutschland schwafelst? allein der gedanke lässt mich gruseln.

  6. 6 scheckkartenpunk 20. Februar 2008 um 18:57 Uhr

    ?? jetzt willst du auch schon deine eigenen äußerungen gegen mich drehen? du schwafelst doch von revolution und verknüpfst das mit der mauer. lächerlicher gehts doch nicht mehr.

  7. 7 lysis 20. Februar 2008 um 19:03 Uhr

    lächerlich ist es, eine komische parole („ohne mauer ist das nicht meine revolution“) als seriöse stellungnahme zur ddr, zur mauer und zur möglichkeit von revolutionen in deutschland zu lesen und darüber einen länglichen blogeintrag mit dem zweck der denunziation zu schreiben.

  8. 8 lysis 20. Februar 2008 um 19:53 Uhr

    Und was deine Interpretation von Žižek angeht, möchte ich dazu lieber schweigen und ihn lieber selbst zu Wort kommen lassen:

    Im Gegensatz zu dieser falschen liberalistisch linken Position (wahre Demokratie fürs Volk, aber ohne Geheimpolizei, die die Konterrevolution bekämpft und ohne Beschneidung ihrer akademischen Privilegien…) ist ein Leninist, wie auch ein Konservativer, insofern authentisch, als er vollständig die Konsequenzen seiner Wahl auf sich nimmt, das heißt sich völlig im Klaren darüber ist, was es wirklich bedeutet, Macht zu übernehmen und sie auszuüben.

  9. 9 scheckkartenpunk 20. Februar 2008 um 21:29 Uhr

    womit doch klar wäre, dass sich zizek widerspricht, also überhaupt nicht dafür zu gebrauchen ist. ich habe ihn nicht interpretiert, sondern zitiert.

    genauso wie zizek die notwendigkeit der gewalt und des handlungswillens nicht nur leninisten (und im gleichen zuge konservativen) im revolutionären akt zuspricht macht er dieses grundsätzlich:

    „Es ist klar, daß, sagen wir, der Sturz Saddam Husseins durch die USA, legitimiert mit dem Hinweis auf das Ziel, das Leiden des irakischen Volkes zu beenden, nicht nur durch andere, politisch-ökonomische Interessen (Öl) motiviert war, sondern sich auch auf eine bestimmte entschiedene Vorstellung von den politischen und ökonomischen Bedingungen stützte, die dem irakischen Volk die Perspektive von Freiheit eröffnen sollten (westlich liberale Demokratie, Garantie privaten Eigentums, Integration in die globale Marktwirtschaft usw.). Demgegenüber läuft die rein humanitäre, antipolitische Politik der bloßen Verhinderung von Leiden in Wahrheit auf die implizite Verhinderung der Ausarbeitung eines positiven kollektiven Projekts sozio-politischer Umgestaltung hinaus.“

    „Die politische Suspension des Ethischen“ – zizek deklariert die notwendigkeit der gewalt und des handlungswillens bei veränderungen, völlig unabhängig ihres inhaltes. ganz schöner kriegstreiber der olle zizek.

  10. 10 lysis 20. Februar 2008 um 22:21 Uhr

    aber zwischen einem che guevara, der für den sozialismus 156 anhänger des alten regimes erschießen ließ, und einem scheckkartenbomber, der für „westlich liberale Demokratie, Garantie privaten Eigentums, Integration in die globale Marktwirtschaft usw.“ eine halbe Millionen Iraker über die Klinge springen lässt, ist schon noch ein unterschied, oder?

  11. 11 scheckkartenpunk 20. Februar 2008 um 22:44 Uhr

    für mich schon (für zizek nicht) – ich bemühe auch nicht zizek, der nur eine wertfreie analyse abliefert und die ausführenden der gewalt legitimiert, wenn diese einen expliziten veränderungswunsch haben. diese fragmente zizeks sind einfach beliebig und für nichts zu gebrauchen. er macht nämlich in beiden zitaten keinerlei unterschied in der absicht und dem ausmaß der gewaltanwendung. weshalb man zizek nicht nur lesen, sondern auch verstehen muss. aber über diese problematik und das dazugehörige paradoxon hatten wir’s ja schon. da hab ich ja jämmerlich versagt – wie die praxis und die verwendung von zitaten beweist.

    „Im Unterschied zur Liebe fängt Gerechtigkeit da an, wo wir uns der gesichtslosen Vielen erinnern, die bei dieser Privilegierung der Eins im Schatten geblieben sind. Gerechtigkeit und Liebe sind daher strukturell inkompatibel: Die Gerechtigkeit, nicht die Liebe, muß blind sein, sie muß die privilegierte Eins, die wir „wirklich verstehen“, vernachlässigen.“ diese psychoanalythische maxime waltet in beiden zitaten – weshalb zizek sich nicht für eine bewertung eignet, die du mir hier gerne zuschreiben möchtest.

    ich finde übrigens, dass seine aussagen über handlungswillen und gewalt gerade wegen ihrer beliebigkeit eher uninteressant sind. die handlungsmaxime der gerechtigkeit halte ich auch für bedenklich, weil grundsätzlich gleichsetzend.

  12. 12 lysis 20. Februar 2008 um 23:01 Uhr

    dass žižek vielleicht nicht nach opferzahl zwischen revolutionärer und imperialistischer gewalt unterscheidet, aber sie nach ihrer inneren struktur differenziert, weshalb er immer wieder den inhärenten unterschied zwischen verschiedenen typen des terrors herausarbeitet (faschismus vs. stalinismus, stalinismus vs. leninismus usw.), könnte dir auch ein guter leitfaden sein, warum die morde der amerikanischen militärmaschinerie auch für ihn niemals zu legitimieren wären. denn was hat die maßlosigkeit imperialistischen vormachtstrebens mit liebe und gerechtigkeit, d.h. mit lenin, zu tun?

  13. 13 bigmouth 21. Februar 2008 um 3:51 Uhr

    liebe und gerechtigkeit bei lenin? wo denn?

  14. 14 scheckkartenpunk 21. Februar 2008 um 14:51 Uhr

    daß zizek aber auch einen unterschied macht zwischen gewalt in form von gutem terror bei revolutionärer systemveränderung oder im akt der befreiung und der gewaltstruktur des realsozialismus sollte dir auch nicht entgangen sein. falls doch habe ich aus genau diesem grund passagen aus dem interview zitiert. ich mach hier doch nicht die assoziationsketten. du schreibst deinen kommentar in 3 sätzen, in denen es um christel wegner, ihrer äußerung (und damit auch ihrer äußerung zur mauer), deiner solidarität mit ihr und die forderung einer erneuten mauer (womit du genau in dem punkt an wegner anschließt) bei einer eventuellen revolution geht. dabei differenzierst du weder, dass die mauer für dich eine andere bedeutung hat als für christel wegner, noch dass die mit der mauer verbundene gewalt im verlauf ihres bestehens, die keineswegs nach außen sondern nach innen gerichtet war, eben auch mit zur praxis der mauer gehört und damit die darstellung der mauer als ein schutz gegen den ausverkauf vom westen aus schlichtweg unvollständig und absolut verklärend ist. an diese verklärung schließt du jetzt auch noch an, in dem du „mauer“ mit „schutzwall“ korrigierst und somit einzelne aspekte isolierst, um andere in den hintergrund treten zu lassen – das ist die „liebe“ bei zizek, ich nenne es geschichtsrevisionismus und der ist in keinem fall in zizeks absicht, und somit wird schon die ganze problematik, die nach wie vor besteht deutlich. der mythos der mauer als zerschlagungsakt deutschlands lässt sich nur im nachhinein konstruieren. faktisch wurde deutschland von den aliierten zerschlagen, welches sich durch die besatzungszonen und in stärkerer form mit der gründung der zwei deutschen staaten äußert. seit anfang der 1950er bestand die starke grenzanlage zwischen der ddr und der brd, welche diese zerschlagung manifestierte. die mauer schloß lediglich das letzte loch zwischen der ddr und westberlin. dies war ein akt wirtschaftlicher notwendigkeit zum überleben des staates ddr. der ddr führung, die ja den mauerbau initierte und sich in moskau lediglich das „go“ holte, ging es keinesfalls um eine zerschlagung noch um eine bestrafung deutschlands, da auch sie eine wiedervereinigungsoption unter anderen vorzeichen aufrechterhielt. damit ist die mauer eine folge der zerschlagung, aber keinesfalls der akt der zerschlagung oder bestrafung selbst.

    daran hängst du ein ellenlanges zitat von zizek, in dem es keinesweg um die mauer geht – nicht mal irgendwie um den realsozialismus, in dem er gewalthandlungen nach ihrer absicht zwar differenziert, aber eben nur eine gewalthandlung als akt der befreiung behandelt. dieses zitat, auch noch kommentarlos, einfach an deine assoziationskette zu hängen impliziert dann den lesern deines blogs – sofern sie keine ahnung von zizek haben, dass zizek auch eine praxis der mauer legitimieren würde. das stimmt so schlichtweg nicht. und deshalb ist mein artikel kein denunziatorischer sondern ein erklärender.

    statt darauf überhaupt inhaltlich einzugehen verfasst du einen erneuten artikel, der aus beschimpfungen und unwahrheiten besteht und nicht ein einziges argument enthält.

    dann kommst du hier mit einem erneuten zitat zizeks, dass den handlungswillen von leninisten (und konservativen) bei der gewaltanwendung als primat der veränderung und sicherung dieser mit ihren konsequenzen behandelt. auch hier beschreibt zizek nicht den umfang der konsequenzen sondern nennt beispiele. er nennt zwar eine geheimpolizei als konsequenz zur notwendigkeit der sicherung, aber keinesfalls beschreibt er handlungsraum und –ausmaß. ich hätte gern ein zitat, in dem zizek das agieren der geheimpolizei in rumänien positiv bewertet. was zizek in der kälte der psychoanalytischen gerechtigkeit in seinen theorien behandelt bedeutet nicht, dass er die auswirkungen in der praxis uneingeschränkt positiv bewertet. dieses zweite zitat eignet sich ebenfalls nicht im bezug zur mauer. hier verweise ich auf das letzte zitat und seine äußerung der „Schrecken und Fehlschläge“ des realsozialismus im bezug auf die ehemalige ddr.

    in dem kapitel aus dem mein zitat stammt geht es kein einziges mal um pure akte imperialistischer gewalt, sondern um die konsequenz der handlung bei sozio-kultureller umgestaltung und den widerspruch derer zu ethik und menschenrechten. gerade in seiner ausführung zum irakkrieg geht es eben nicht um einen puren imperialistischen akt der usa, sondern durchaus um den willen eine perspektive von freiheit zu eröffnen. eine perspektive von freiheit zwar, die auf westlicher ideologie beruht, die aber ein anderes als den imperialistischen akt darstellt. auch hier bewertet zizek nicht, sondern stellt lediglich fest, dass beides miteinander verknüpft ist und im gegensatz zu einer humanitären antipolitischen „Politik der bloßen Verhinderung von Leiden“ nicht auf eine „implizite Verhinderung der Ausarbeitung eines positiven kollektiven Projekts sozio-politischer Umgestaltung“ hinausläuft.

  15. 15 scheckkartenpunk 21. Februar 2008 um 23:24 Uhr

    @bigmouth: lenin ist bei zizek nicht liebe und gerechtigkeit. zumal sich bei zizek liebe und gerechtigkeit diametral gegenüberstehen und unvereinbar sind. ich weiß nicht wo das herkommen soll. mein zitat zizeks darüber ist aus „Die politische Suspension des Ethischen“ edition suhrkamp, 2005 – da geht es aber nirgends um lenin.

  16. 16 lysis 22. Februar 2008 um 3:13 Uhr

    zizek analogisiert das verhältnis jesus – paulus – kirche mit dem verhältnis marx – lenin – partei. in gewisser weise spricht zizek, wenn er über das christentum redet, in wirklichkeit über den marxismus. entsprechend ist das fünfte kapitel in zizeks buch die revolution steht bevor mit der kuriosen frage überschrieben: „liebte lenin seinen nächsten?“ und es behandelt genau den dialektischen konflikt zwischen liebe und gerechtigkeit (= humanismus und terror), den scheckkartenpunk hier angesprochen hat.

  17. 17 lysis 22. Februar 2008 um 3:36 Uhr

    was die mauer angeht, kann ich nur beauty zitieren:

    “ja, und es wird wieder terror geben, wir haben eine mauer gebaut und wir wuerden es wieder tun wenn es notwendig ist”

    und da lass ich mir von kriegshetzern wie dir kein schlechtes gewissen machen: die mauer war notwendig für das überleben der ddr und die deutsche teilung. 30 jahre hat sie den frieden erhalten; und als sie fiel, ist deutschland wieder in den krieg gezogen.

  18. 18 scheckkartenpunk 22. Februar 2008 um 4:33 Uhr

    die mauer hat das deutsche in der ddr aber keineswegs verhindert. eine kriegshetzerische äußerung von mir kannst du mir bitte mal nachweisen. dein drang zur projektion erübrigt jeden weiteren kommentar.

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