Adidas-Slum-Land-24

Fußball sehen fast so wie mit richtigen Autochtonen zusammen. So richtig schön romantisch im nachgebauten Slum der rassistisch verordneten Armut mit einem Sekt auf Eis die Erfolge der deutschen Recken ausgelassen feiern. So kriegt man seinen Profit doch noch von den Negern, wenn man seine Kolonien schon nicht mehr haben darf. Die Fahne ist zwar eine andere, aber das tut der Freude deutscher Herrenmenschen endlich ihren Lappen wieder über die, wenn auch nachgebauten, Dächer Afrikas zu schwingen keinen Abbruch.

Die Bar25, schon vorher ein Hort bürgerlicher Künstlerscheiße mit einem weiteren Kapitel künstlerischer Verblödung in Koalition mit Adidas im neuen Ressort Johannesburg 24.

„Wir sehen die Johannesburg 24 als Kunstprojekt“, sagt Steffi-Lotta. Politisch unkorrekt findet sie die Kulisse nicht. „Wir wollten etwas Besonderes schaffen.“

Steffi-Lotta und die Alibikünstler Mikado Stolper wissen ganz genau, wo der Neger in Südafrika seinen Sekt auf den Fußball schlürft.

„Wir hätten auch eine ganz normale Lounge aufbauen können“, sagt Steffi-Lotta von der Bar 25, „aber so sieht es nun mal nicht aus in Südafrika.“

Man kann jetzt darauf warten, daß das legitimierende Künstlergeschwafel alá „Die Konfrontation des kommerziellen Fußball-Events mit der Realität der Slums, die in der Wahrnehmung der Fußballfans zu kurz kommt … blah blah“ nachgeschoben wird.

Hauptsache das Elend läßt sich kapitalisieren.

Adidas-Slum-Land-24 – Eintritt: 3 Euro

Wenigstens haben die alle ne Skatebowl in den Slums.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

5 Antworten auf “Adidas-Slum-Land-24”


  1. 1 curry 06. Juli 2010 um 18:36 Uhr

    kollektives rumgedeutsche im achso tollen slum. Echt ekelhaft und alle schön im adidastrikot durch nen slum… naja dann lieber bekifft inner wohnung gucken und hoffen das man bis nach abpfiff eingeschlafen ist um die deutschen nicht mehr hören zu müssen…

  2. 2 Esich Du 07. Juli 2010 um 3:57 Uhr

    in unendlicher Trauer einem toten Genossen…

  3. 3 roly 07. Juli 2010 um 16:28 Uhr

    au backe – so gesehen hatte die aktion, dass mir vor drei wochen meine nagelneue adidas-jacke im k-pax geklaut wurde, ja fast schon symbolcharakter … schämt man sich in grund und boden, wenn man diesen rassistischen dreck liest – erinnert mich daran, wie ich früher zu irgendwelchen kindergeburtstagen eingeladen wurde, um da an sogenannten „mohrenkopfwettessen“ teilzunehmen … „das heisst schoko- oder schaumkuss“ … meine mutter hat mir dann verboten, zu solchen kindergeburtstagen zu gehen (wobei verbote nicht unbedingt zur lösung der differenzen beitragen) … aber das hier toppt echt alles … wusste nicht, dass die bar 25 (24?) so ein zynischer schuppen (geworden) ist … ein slum als „kunstprojekt“ zu deklarieren, ist geschmackloser euphemismus deluxe – ekelhaft!

    sehr subtile schlusspointe: „Adidas-Slum-Land-24 – Eintritt: 3 Euro“

  4. 4 dddkdbx 14. August 2010 um 17:17 Uhr

    Wow, das ist ja echt die Härte das Ding.

    Besonders das Adidas-Sponsoring ist ja wohl der pure Zynismus.

    Ich meine, was wenn die WM in China stattgefunden hätte…

    …offenbar haben die (Adidas) in Südafrika zufälligerweise keine Produzenten/Zuliefererfabriken, dass die sowas mitmachen.

  1. 1 Adidas: Derelicte in der Bar25 « Aufgesetzter Nihilismus Pingback am 06. Juli 2010 um 11:43 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.