Ostberliner Zustände

via fensterzumhof

Völkische Logik und Fremdenhass finden mal wieder ein Ventil. Die Sortierung in autochtone wahre, also richtige richtige, Berliner und Fremdes, also Schwaben, stand schon immer auf dem Fundament spießbürgerlicher Ekelhaftigkeiten. Mit dem Plakat sind sie denn nun angekommen, wo sie schon immer hingehört haben. Das Volk der richtigen Deutschen, das lebt in Ostberlin und suhlt sich in der Rückverblödung. Den Verblödungsgrad vorher mit berücksichtigt, ist das eine ganz ordentliche Leistung. Wenn es nicht eine ganze Menge Menschen betreffen würde, die unbeteiligt an diesen Idiotien Enthirnter aufgrund zu geringer Einkommen auch mit getroffen werden würden, könnte man sich glatt wünschen, daß dieses Volk weggentrifiziert würde. Dann könnte man sich mit jenen Arschlöchern befassen, die ebenfalls Spießbürger, aber auf ihre Weise, einem das erträgliche Leben mit Ruhestörungsanzeigen und ähnlichem erschweren.

Bis dahin wird die Parole der schwäbischen Resistance wohl lauten:

Schwabe
12. November 2009 auf 13:46

Und ihr könnt noch so viele Plakate kleben…wir bleiben alle!

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9 Antworten auf “Ostberliner Zustände”


  1. 1 saltzundessick 19. November 2009 um 17:01 Uhr

    so daemlich die ossimentalitaet auch ist: mir ist kein fall bekannt, wo ostdeutsche westdeutsche als solche angezuendet, erstochen oder sonstwie ermordet haben (oder umgekehrt). der vergleich zum ‚fremdenhass‘ hinkt irgendwie. die teilung deutschlands ist ja an sich auch eine korrekte angelegenheit. ueblicherweise wehren sich gegen ‚gentrifizierung‘ auch verschiedene generationen zugezogener gegen andere zugezogene, urspruengliche ostler sind in diesem konflikt eher die ausnahme.
    ich hoffe, du verstehst mich nicht falsch. :-)

  2. 2 scheckkartenpunk 19. November 2009 um 17:41 Uhr

    nun ich würde keineswegs jeden, der in ostberlin wohnt als richtigen deutschen bezeichnen. die verwendung „autochton“ ist vielleicht zu unpräzise, richtige richtige berliner trifft es wohl alleine stehend besser, denn als solche verstehen sich die einen zugezogenen, die gegen die anderen zugezogenen vorgehen wohl ja. ich korrigiere das mal zu einem besseren verständnis.

    ich würde dem fremdenhass jetzt auch kein eliminatorisches element andichten wollen, was er nicht hat. ein hass auf das fremde ist es nun mal.

    wobei ich einige ursprüngliche ostler kenne, die in diese kerbe hauen, aber die sind halt teil der volksgemeinschaft des richtigen volkes der richtigen berliner deutschen.

  3. 3 im*moment*vorbei 19. November 2009 um 18:00 Uhr

    scheiß plakat – keine frage! nur wie kommst du dabei auf schwabenhass?

  4. 4 scheckkartenpunk 19. November 2009 um 18:06 Uhr

    der schwabe an sich ist die personifizierung aller zugezogenen westdeutschen in vielen dieser unsäglichkeiten. schwaben? -> schwaben, bayern? -> auch schwaben, hessen? -> auch schwaben – etc. pp. alles schwaben sobald die ins feindbild passen. dazu kommen dann all die sozialneiddebatten darum, daß „schwaben“ ja alles in berlin von der familie finanziert bekämen etc. zu lesen in jeder kommentarspalte, wo dieses gesindel seinen geistigen auswurf in buchstaben fassen darf.

    das zitat aus selbiger quelle fand ich sehr passend, weil es die parole derer aufgreift, die zum teil selbst gern mal in dieses horn stoßen – natürlich nicht alle, aber es gibt da doch einige publikationen. eine ironische brechung, bei der ich schon lachen mußte.

  5. 5 zerocool 19. November 2009 um 22:46 Uhr

    … na da bin ich ja froh das ich Ostfriese bin. Lever dot als Sklav ! Weischt …

  6. 6 therapy 21. November 2009 um 19:56 Uhr

    plakate kleben zum gegenschlag, genug designer sind ja unter ihnen… :-D

  7. 7 bome 26. November 2009 um 18:56 Uhr

    schoen das ihr wie immer nicht wirlich rafft um wasses geht bzw wie es gemeint ist

    und nein ich werde es euch nicht erlären
    höchstens persönlich auf anfrage beim bier oder cola

  8. 8 bome 26. November 2009 um 18:59 Uhr

    nachtrag

    regts du dich auch über dass „wir waren zuerst da“ banner an der iebig14 so auf?

    nein?
    doppestandard oder unkenntniss?

    mfg

  9. 9 scheckkartenpunk 26. November 2009 um 23:50 Uhr

    ein bier trinke ich natürlich immer gerne mit dir. wie es gemeint ist schließt ja das was gemeint ist nicht aus.

    das banner kenne ich nicht, aber ein „wir waren zu erst da“ ist natürlich blödsinn. als hätte vorher in friedrichshain niemand gewohnt. mir da doppelte standards vorwerfen zu wollen trifft doch nicht und das weißt du auch.

    und daß ich eine grundsätzliche kritik daran habe, daß sanierter gescheiter wohnraum, wo es sich – wenn man das will – gut wohnen läßt, nur denen vorbehalten sein soll, die sich daß aufgrund besserstellung leisten können, das solltest du auch wissen.

    aber das ist doch ein problem von privatbesitz, wo hausbesitzer versuchen so viel profit als möglich mit ihren immobilien zu machen, nicht das problem von denen, die durch ihren job dann doch so viel verdienen, daß sie das bezahlen können. die leute werden doch dadurch verdrängt, daß sie durch geld ausgeschlossen werden. da das in der logik von privatem grundbesitz angelegt ist und grundbesitzer mit häusern da ihr kapital verwerten wollen löst sich die problematik auch nicht dadurch auf, daß man in gammeligen vierteln wohnen will oder die scheiße findet, die sich das leisten können, denn sobald das aussichtsreich ist werden die viertel halt aufgewertet. eine an sich (also die sanierung, nicht das profitinteresse in form von mieterhöhung) nicht schlechte angelegenheit, daß häuser mal so hergerichtet werden, daß man da auch gerne wohnen kann.

    zu kritisieren ist da aber, daß das so an einer gruppe festgemacht wird. daß es bei leuten mit halbwegs bezahlten jobs arschlöcher gibt – unbestritten. aber das ist ja nicht das problem, daß die ne bezahlte lohnarbeit haben, sondern daß die halt arschlöcher sind.

    falsch ist es da sich als wahrer berliner verorten zu wollen, wenn es doch eigentlich um die ausgrenzung durch geld geht und alles andere unter „die anderen“ zu subsumieren, wenn es doch eigentlich um arschlöcher geht.

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