Archiv für November 2009

1 Euro ins Phrasenschwein

Es geht nicht „nur“ um den Verlust eines weiteren subkulturellen Freiraums; beim Streit um die Brunnenstr. 183 geht es – wie auch bei der Liebigstr. 14 – exemplarisch um die Frage, wem die Stadt gehört.

Diese Frage ist schon lange geklärt. Und wenn die wieder gestellt wird, dann wird es nicht um ein paar abgegammelte Häuser in Berlin gehen.

in eigener Sache

Am Freitag im Blo mit Pilocka Krach, Mateng, Anja Zaube, Astma, Frühschoppen DJ-Team, Kabeat auf zwei Floors.

natürlich

(natürlich bin ich antisemitisch,genauso wie ich alle anderen religionen verachte)

Natürlich ist das keinesfalls, aber doch überraschend, daß deutsche Linke so offen zu ihrem Antisemitismus stehen. Üblicherweise wird der doch mit Mühe verklausuliert.

für Experten


Welcome to Middle East, General! We made real-time strategy simple and addictive. Tap to select, tap so send to fight. Repeat until you win. Failed? Think strategically and try again!

Two campaigns of this game are set around historical conflict known as Six Days War which happened in Middle East June 5-10, 1967. Countries involved included Israel, Egypt, Jordan, and Syria. The third campaign is set around Vietnam War (1959-1975).

Für alle, für die Militärberatung sowieso „addictive“ war jetzt endlich der Nahost-Konflikt auf dem iPhone. Und noch ein bisschen Vietnam als Bonus.

acab

gegen Hamburger Unzumutbarkeiten

Am Sonntag, den 25.10.2009, verhinderten Antisemitinnen und Antisemiten gewaltsam eine vom Hamburger Programmkino b-movie und der Gruppe Kritikmaximierung geplante Vorführung von Claude Lanzmanns Film »Warum Israel«.

Mitglieder des »Internationalen Zentrums« B5, der Gruppe »Sozialistische Linke« (SoL) und der »Tierrechtsaktion Nord« (TAN), die sich mit Mundschutz und Quarzsandhandschuhen auf eine körperliche Auseinandersetzung vorbereitet hatten, verweigerten den Gästen den Zugang ins Kino. Besucherinnen und Besucher wurden dabei gezielt ins Gesicht geschlagen und als „Schwuchteln“ und „Judenschweine“ beschimpft. Auch in den Tagen darauf wurden Gäste, die von Blockadebeteiligten auf der Straße wiedererkannt wurden, bedroht und, in mindestens einem Fall, auch tätlich angegriffen.

In einer offiziellen Stellungnahme rechtfertigte die B5 die Gewaltausbrüche inhaltlich und tat sie als „kleinere Rangeleien“ ab. Diese Erklärung strotzt abermals vor antisemitischen Klischees: So wird etwa „der Zionismus“ als „rassistisches Projekt“ bezeichnet, mittels dessen „künstlich der jüdische Charakter gewahrt werden“ solle. Denn als künstlich gilt der antisemitischen Denkweise immer das jüdische, als natürlich aber alle anderen Völker.

Wir halten es für unerträglich,

* dass ein Kino sein Programm vom Wohlwollen einer benachbarten Aktion Saubere Leinwand abhängig machen soll;
* dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden;
* dass ein Film von Claude Lanzmann, französischer Jude, Résistancekämpfer und Regisseur von »Shoah«, der bedeutendsten Dokumentation über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, in Deutschland zum Angriffsziel einer militanten Blockade werden kann.

»Warum Israel« (1973) zeigt nicht bloß die verschiedenen Facetten der israelischen Gesellschaft. Es geht darin, aus der Perspektive eines Diasporajuden, um die Bedeutung des jüdischen Staates als Konsequenz aus der Shoah. Wer, wie die B5, die Vorführung eines solchen Films als „Provokation“ versteht, der nur mit Gewalt beizukommen sei, steht auf der Seite der Barbarei.

Dieses Spektrum ist seit Jahren dafür bekannt, seinen Antisemitismus gewaltförmig auszuleben. Es sind die gleichen, die sich 2002 mit Gewalt Zutritt zum Freien Sender Kombinat (FSK) verschafften und dort einen Kritiker ihres Israelhasses fachmännisch zusammenschlugen; die auf einer antifaschistischen Demonstration im Januar 2004 die Trägerinnen und Träger eines Transparents »Deutschland denken heißt Auschwitz denken« von der Kundgebung prügelten; die seither bei zahlreichen Gelegenheiten Menschen, die Israelfahnen oder -buttons trugen oder aus anderen Gründen nicht in ihr Weltbild passten, bedroht, geschlagen oder mit Flaschen und Steinen beworfen haben.

Was es diesen Gruppen um die B5 bislang stets erlaubt hat, ihre Übergriffe weiter fortzusetzen, ist die Tatsache, dass sie von der Mehrheit der Linken und Alternativen entschlossene Gegenwehr nicht zu fürchten hatten. Kaum jemand der Linken steht ausdrücklich auf ihrer Seite; aber allzu viele waren dennoch bereit, ihnen ihr Plätzchen im Bündnis, auf dem Stadtteilfest oder sonst wo in der Szene freizuhalten.

Weil wir wissen, dass es ebenso verantwortungslos wie gemeingefährlich wäre, Antisemitinnen und Antisemiten gewähren zu lassen; weil wir wissen, dass die Schlägerinnen und Schläger mit jedem Erfolg nur stärker werden – daher halten wir es für unabdingbar, dass am 13.12., bei der Neuansetzung von »Warum Israel« im b-movie, der Film auf jeden Fall gezeigt wird.

Um die Angreiferinnen und Angreifer vom 25.10. politisch zu isolieren und eine Wiederholung ihres antisemitischen Gewaltspektakels zu verunmöglichen, rufen wir für diesen Tag zu einer Demonstration zum b-movie auf.

Auftaktkundgebung: 13.30 vor der Roten Flora
Abschlusskundgebung: 15.00 vor dem B-Movie

via

Ostberliner Zustände

via fensterzumhof

Völkische Logik und Fremdenhass finden mal wieder ein Ventil. Die Sortierung in autochtone wahre, also richtige richtige, Berliner und Fremdes, also Schwaben, stand schon immer auf dem Fundament spießbürgerlicher Ekelhaftigkeiten. Mit dem Plakat sind sie denn nun angekommen, wo sie schon immer hingehört haben. Das Volk der richtigen Deutschen, das lebt in Ostberlin und suhlt sich in der Rückverblödung. Den Verblödungsgrad vorher mit berücksichtigt, ist das eine ganz ordentliche Leistung. Wenn es nicht eine ganze Menge Menschen betreffen würde, die unbeteiligt an diesen Idiotien Enthirnter aufgrund zu geringer Einkommen auch mit getroffen werden würden, könnte man sich glatt wünschen, daß dieses Volk weggentrifiziert würde. Dann könnte man sich mit jenen Arschlöchern befassen, die ebenfalls Spießbürger, aber auf ihre Weise, einem das erträgliche Leben mit Ruhestörungsanzeigen und ähnlichem erschweren.

Bis dahin wird die Parole der schwäbischen Resistance wohl lauten:

Schwabe
12. November 2009 auf 13:46

Und ihr könnt noch so viele Plakate kleben…wir bleiben alle!

Fundstücke 25

LEGO World City 7034 – Überwachungs- und Abhörtruck: Damit die kleinen schon lernen können richtige Arschlöcher zu werden.

passende Boosterpacks:


LEGO City 7245 – Gefangenentransporter


LEGO World City 7035 – Geheimdienst Hauptquartier

Wenn das zu wenig ist, kann das Arsenal mit dem Military Programm von Brick noch aufgepimpt werden:

zur See natürlich auch, klar:

Die Verpackung der Konkurrenz (oder ist das ne Tochterfirma?) verspricht bei dem Überwachungswagen allerdings mehr Action und Bullen mit coolen Sonnenbrillen:

djtechtools

Ian Golden ist zwar einfach saucheesy, was optische Vorlieben und Musik betrifft, aber was Controllernutzung betrifft auch unheimlich kreativ. Da seien ihm No-Gos wie diese:

verziehen.

Da geht was.

nur zu empfehlen: djtechtools

next level digital DJing

Für den Club noch nicht brauchbar, da 128KB/s MP3s empfohlen und ein paar Dinge fehlen bzw. noch nicht optimal sind. Aber es kommt!

Mir sind die 16 Euro dann aber zu teuer, um damit mal rumzuspielen. Dann lieber den iPod oder iPhone mit Novations Automap App als Wireless Midi Controller nutzen.

so spricht ein richtiger Mensch

Man kann derartige Fächer nicht in einer „mathematischen“ Struktur studieren und sie bringen auch keine Absolventen hervor, die dem Arbeitsmarkt und der Wirtschaftslandschaft entsprechen. Sie bringen eher Menschen als Arbeiter hervor. Und das ist wichtig!

Für bürgerliche Filosofen gibt es Objekte, also Arbeiter und Subjekte, also Menschen. Bei dieser bildungsbürgerlichen Klassenarroganz im Kontext der Bildungsproteste bleibt nur eines zu fordern: Universitäten abschaffen – jetzt!

großartig

Den ganzen Abend wurde sich über Organisation unterhalten und am Schluss wurde klar, dass dieses theoretische Gehabe nur eine Seifenblase ist. So wurde vergessen sich gemeinsam um die nächste Autonome Vollversammlung zu kümmern. Wer bereitet diese vor? In welchen Raum findet die AVV statt und wer kümmert sich um den Raum? Wer bewirbt die nächste AVV? Um diese Fragen wurde sich nicht gemeinsam gekümmert, also eine Organisation vollkommen vernachlässigt.

idiots on the dancefloor

Am Samstag im Rosis kam eine Frau relativ am Anfang zu mir und beschwerte sich im Auftrag eines Typen! (also zwei Trottel zum Preis von einem) darüber, daß ich ja digital auflegen würde. Nicht, daß sie sich erstmal überhaupt die Musik angehört hätten, nein, gleich mal hin und das Maul aufreißen. Dabei dann mal die Frau vorschicken.

Wenn man digital spielt, dann wäre man kein richtiger DJ (kastriert sozusagen) und somit für solche Trottel nicht mehr vollwertig. Die haben dann ernsthaft verlangt, ich solle doch nebenher wenigstens so tun als ob ich Platten auflege. Die sind tatsächlich schon soweit von symbolischen Handlungen geprägt, daß es ihnen lieber wäre, daß sie ein Spektakel vorgesetzt bekommen, von dem sie wissen, daß es Simulation ist. Da zählt nur noch der Akt der Handlung, nicht mehr deren Inhalt.

immer wieder lesenswert

Das Textarchiv der kp berlin ist immer wieder mal eine ergiebige Quelle.

Fundstücke 24

Döpfner…

Axel-Springer-Chef Döpfner hat die Forderung nach einem freien Zugang zu Informationen als kommunistisch bezeichnet. Genauso sinnvoll sei es zu fordern, dass das Bier im Supermarkt künftig kostenlos sein müsse.

Da hat er schon ne richtige Feststellung – und nicht nur bei Bier ist das sinnvoll.

Dies ist ein spätes ideologisches Ergebnis von Webkommunisten: Nur wenn alles kostenlos ist, ist es demokratisch.

Da liegt er daneben.

Dies sei genauso absurd wie zu behaupten, es sei demokratisch, wenn das Bier im Supermarkt kostenlos sei.

Letztendlich weiß er es aber doch.