Trottel über ihren Waffenfetisch

Der Iran hat eine Langsteckenrakete abgeschossen, heißt es im NDR. Dann ist von einer Reichweite von 2500 km die Rede. Qua Definitionem ist eine Rakete mit einer Reichweite von 2000-4000 km eine Mittelsteckenrakete, darüber spricht man von Zwischenstreckenraketen. Eine Langsteckenrakete wäre eine Waffe, die vom Iran aus die USA erreichen könnte, man teilt die ein in Trans- und Interkontinentalraketen.

Deutsche Bürokraten legen nun mal Wert darauf, wie das Mordszeug heißt, was da in der Gegend rumgeschossen wird.

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24 Antworten auf “Trottel über ihren Waffenfetisch”


  1. 1 saltzundessick 29. September 2009 um 7:40 Uhr

    aber echt. das dachte ich auch, als ich das las. wie langweilig muss dem sein, sich die definitionen ueber irgendwelche raketen zu googlen?

  2. 2 l 29. September 2009 um 9:52 Uhr

    das zitat geht dann aber schon noch ein bisschen weiter. da steht dann u.a. auch:

    Ich weiß noch, wie im yugoslawischen Bürgerkrieg regelmäßig von „schwerer Artillerie“ die Rede war, wenn Mörser und Infanteriegeschütze abgefeuert wurden, es aber irgendwie keine Sau interessierte, dass zwischen Armenien und Aserbaidjan zeitgleich tatsächlich schwere Artillerie zum Einsatz kam.

    man könnte auch sagen: deutsche medien wieder mal bei der propaganda.

  3. 3 scheckkartenpunk 29. September 2009 um 11:20 Uhr

    man könnte auch sagen, daß es denjenigen, die beschossen werden scheißegal ist, wie das denn genau benannt wird und sich ein deutscher linker um das naming sorgen macht.

  4. 4 l 29. September 2009 um 12:53 Uhr

    man könnte auch sagen: derzeit wird da gar niemand beschossen. und natürlich erfüllt das übertreiben ne funktion. willst da das etwas für yugoslawien bestreiten? da diente das aufbauschen dazu, das eigene niederbomben zu legitimieren. ein typischer vorkriegsdiskurs.

  5. 5 l 29. September 2009 um 12:55 Uhr

    ich wette drauf: bevor der nazi-islamist zum bomben kommt, wird der iran niedergebomt von wackeren widerstandskämpfern gegen hitler 2.0.

  6. 6 scheckkartenpunk 29. September 2009 um 14:13 Uhr

    2.500 km reichweite reichen vollkommen aus, um so ein szenario aufbauen zu können.

  7. 7 bigmouth 29. September 2009 um 15:23 Uhr

    fehler führen zu mißverständnissen. bei „langstrecke“ denken leute vielleicht glatt, die könnte bis nach mitteleuropa fliegen

    und ich glaube da erst mal an einen schlichten fehler. so kennen deutsche journalisten idr nicht mal den unterschied zwischen maschinenpistolen, -gewehren und sturmgewehren

    die gefahr für israel, um die es ja in der berichterstattung geht, bauscht der falsche begriff jedenfalls nicht auf.

  8. 8 bigmouth 29. September 2009 um 15:24 Uhr

    äh, das war mein comment. irgendein komischer fehler ist da passiert…

  9. 9 l 29. September 2009 um 15:27 Uhr

    szenario aufbauen: ja, genau darum geht es. in den letzten jahren wurden einige szenarien aufgebaut und dann wurde sich in präventiven erstschlägen geübt.

  10. 10 scheckkartenpunk 29. September 2009 um 15:27 Uhr

    ich hab’s mal editiert

  11. 11 scheckkartenpunk 29. September 2009 um 15:48 Uhr

    und ich glaube da erst mal an einen schlichten fehler. so kennen deutsche journalisten idr nicht mal den unterschied zwischen maschinenpistolen, -gewehren und sturmgewehren

    damit gehe ich d‘accord. wenn die reichweite mit angegeben wird, dann ist das naming völlig irrelevant. eine reichweite von konkret max. 2000 km ist eine reichweite von 2000km. und alle berichte, die ich bis jetzt gesehen habe geben die reichweite mit an.

  12. 12 l 29. September 2009 um 17:21 Uhr

    die gefahr für israel, um die es ja in der berichterstattung geht, bauscht der falsche begriff jedenfalls nicht auf.

    natürlich nicht. aber dem gewöhnlichen deutschen frontsoldaten in spe muss schon ein grund genannt werden, der ihn aufhorchen lässt, und das ist nicht die bedrohung israels, sondern deutschlands.

    bei „langstrecke“ denken leute vielleicht glatt, die könnte bis nach mitteleuropa fliegen

    eben.

  13. 13 scheckkartenpunk 29. September 2009 um 18:20 Uhr

    ja, dabei läßt du aber außen vor, daß in den berichten 2000km reichweite! steht. das ist also quatsch.

  14. 14 unknown 29. September 2009 um 18:52 Uhr

    Nicht außer Acht zu lassen ist die Tatsache, dass Ahmadinedschad bei der UN-Vollversammlung letzte Woche Israel wieder heftigst attackiert hat und der Iran eine zweite Atomanlage baut.

    Ahmadinedschad die Nase lang ziehen!

    name editiert, da falsch. blogsport problem – nervt

  15. 15 l 29. September 2009 um 19:00 Uhr

    du traust den leuten einiges zu. in ner bildungsinstitution biste wahrscheinlich nicht unterwegs.

  16. 16 bigmouth 29. September 2009 um 19:35 Uhr

    ich wusste aus dem kopf nicht, wie weit 2000km sind, hatte aber im hinterkopf von alten berichten, dass die raketen aus dem iran gerade mal bis zum balkan oder so kämen, und hab dann noch mal kurz in google maps geguckt. aber in dem bericht wird nur die bedrohung für israel erwähnt, insofern halte ich l’s these bewusster manipulation für fragwürdig. journalisten ham halt oft keine ahnung

  17. 17 bigmouth 29. September 2009 um 19:47 Uhr

    im englischen wird auch oft die falsche bezeichnung benutzt, auch in der ganzen qualitätspresse:

    http://www.google.de/search?hl=de&safe=off&client=firefox-a&rls=org.mozilla:de:official&hs=qm1&q=long+range+missile+iran&start=20&sa=N

    die nyt hat ihren artikel zum thema inzwischen 3x überarbeitet, weil sie jemand auf die inkorrekte bezeichnung hingewiesen hat. die NYT wird nun ursprünglich kein interesse verfolgt haben, nordamerikanern angst vor iranischen raketen gemacht zu haben, oder?

  18. 18 scheckkartenpunk 29. September 2009 um 21:29 Uhr

    du traust den leuten einiges zu. in ner bildungsinstitution biste wahrscheinlich nicht unterwegs.

    ich halte sie zumindest keinesfalls für total verblödet.

    und wenn sie es nicht hinkriegen sich auf die 2000 km reichweite zu beziehen – wieso sollten die dann wissen wie weit langstreckenraketen fliegen?

  19. 19 fatalflaw 29. September 2009 um 22:24 Uhr

    ach, seid ruhig ihr vertrottelten waffenfetischisten.

  20. 20 che2001 29. September 2009 um 22:48 Uhr

    @“man könnte auch sagen: derzeit wird da gar niemand beschossen. und natürlich erfüllt das übertreiben ne funktion. willst da das etwas für yugoslawien bestreiten? da diente das aufbauschen dazu, das eigene niederbomben zu legitimieren. ein typischer vorkriegsdiskurs.“ --- Ganz genau darum ging es mir. Und die Übertreibungen im Yugoslawienkrieg gingen so weit, als ob man eine Baseballkeulenhauerei von ein paar Hooligans als Amoklauf von Scharfschützen darstellen würde.Und der phasenweise viel blutigere Krieg im Kauskasus zur gleichen Zeit interessierte niemanden, da schickte man die Flüchtlinge, selbst Deserteure, die die Todesstrafe zu erwarten hatten auch gerne zurück. Im Übrigen muss ich den Unterschied zwischen Mittel- und Langstreckenraketen nicht googeln, ich wäre nämlich gar nicht erst auf die Idee gekommen, dass den jemand nicht kennt. Ich wurde politisch nunmal stark geprägt durch die Anti-Atomraketenproteste im Zusammenhang mit dem NATO-Doppelbeschluss, und da kannte diese Unterschiede meine gesamte Schulklasse. Endlich geht es mir bei dem Beitrag um journalistische Sauberkeit im Allgemeinen; die ständigen Falschaussprachen in einem Job (Hörfunk), in dem man früher mal ohne Sprecherziehung keine Chance haben treiben mich jedenfalls die Decke hoch – weil ich den Anspruch habe, Qualitätsjournalismus zu machen.

  21. 21 scheckkartenpunk 30. September 2009 um 11:56 Uhr

    als ob man eine Baseballkeulenhauerei von ein paar Hooligans als Amoklauf von Scharfschützen darstellen würde

    eine interessante interpretation des blutigen geschäfts von nationalisten. da ist der journalistischen sauberkeit dann wohl genüge getan.

  22. 22 Tom Fancy 30. September 2009 um 12:27 Uhr

    „(…)Ganz genau darum ging es mir.“ und „Endlich geht es mir bei dem Beitrag um journalistische Sauberkeit im Allgemeinen“ (beides aus dem Text von Che)

    Also lügen die Journalisten der „westlichen Welt“ jetzt im Auftrag der USA-Israel-Konekte und der Kriegsindustrie, oder ist es vieleicht doch so, dass Journalisten einfach gern übertreiben, egal um welche „Seite“ es geht. Sind Quellen in denen gern dramatisiert wird, nicht die besten Quellen? Konnte man doch auch wieder an Xinjiang sehen. Oder genauso gibt es doch von der Israelsolidaritätsseite auch immer den Vorwurf es werden nur die dramatisierten und zum Teil gefälschten Bilder aus Gaza und Westjordanland gezeigt.

    Journalisten übertreiben halt gern und prüfen dafür um so weniger und schreiben das ungeprüfte voneinander ab. Wenn man nach Wörtern bezahlt wird, muss man dafür sorgen das diese gedruckt, bzw gesprochen werden.

  23. 23 Esich Du 30. September 2009 um 14:27 Uhr

    Teilweise wird hier so getan als hätten die Begriffe „Mittelstreckenrakete“ und „Langstreckenrakete“ unabhängig von ihrem Gebrauch Bedeutung. Der unhinterfragt Gebrauch wird dann zum universellen Gebrauch und diesem wird einzig die Bedeutsamkeit zugesprochen… Wer sich an den so verordneten bzw. abgerichteten Gebrauch nicht hält, der lügt, übertreibt oder treibt Propaganda, in wesen Namen auch immer. So gesehen ist das eigene Weltbild auch schon zugleich wieder gerettet und mit dem Gehalt bzw. der Bedeutung der Aussage muss sich nicht mehr beschäftigt werden, da durch den Verweis auf die vermeintlich korrekte Verwendung ja schon alles gesagt ist.

    Einige sollten sich mal mit Sprache beschäftigen bevor sie wem auch immer, was auch immer vorwerfen.

    Sprachspiel:
    „Ich finde 2000 km schon weit genug, weswegen ich solche Raketen jetzt „Weitstreckenrakete“ nennen werde und alles was unter 2000 km Reichweite hat nenne ich „Nahstreckenrakete“.“

    Quizfrage:
    Sind „Weitstreckenraketeten“ tödlicher als „Nahstreckenraketen“?

    P.S. Das Mittel zwischen Nah und Weit ist der Punkt an dem ich mich nicht mehr zwischen beiden entscheiden kann…

  24. 24 saltzundessick 30. September 2009 um 21:44 Uhr

    @sche

    … weil ich den Anspruch habe, Qualitätsjournalismus zu machen.

    geht mir zwar aehnlich. aber du hast doch einen an der waffel.

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