zu Megaspree

Die Demonstration für die Profitsicherung der laufenden Betriebe aus dem Unterhaltungssektor in Spreenähe ist vorbei. Die Aktion der Abtreibungsgegner und der Ruf nach dem starken Staat sind neben der offenen Kapitalismusapologetik Punkte, die diejenigen, die sich selbst zu jeder Gelegenheit als emanzipatorisch, irgendwie links, kritisch oder gar antikapitalistisch zur Schau stellen mal überdenken sollten. Soweit her scheint es mit Reflexion und Kritik der herrschenden Verhältnisse nicht zu sein, wenn es um Feierei und Drogenkonsum geht. Die ideologische Funktion der Kulturindustrie in ihrer Anwendung.

Da kann ich mich nur dem Genossen Starblog anschließen:

SO NICHT! Eure Kultur ist scheisse!

Megaspree versenken!

dazu:

starblog
el
unkultur

edit: hier das Video zur Kunstaktion „Berlin treibt ab“ des Megaspree Bündnisses.

edit: von kulturindustriellen Nachwehen nicht ganz geschärft ist es mir tatsächlich entgangen, daß das Baby einen Farbwechsel bekommt. Ja, ich geben zu, ich hab das Video ungesehen dazu editiert. Da Lahmachun das ganze gleich aufgefallen ist, verlinke ich zum Kommentar darüber hier anstatt das mit aufzuführen. Der Künstler Ernst Handl, verantwortlich für diese Aktion, war bis 1984 Mitbetreiber des Kulturraumes „SO 36″. Was da so alles draus entspringt.

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16 Antworten auf “zu Megaspree”


  1. 1 Julinoir 12. Juli 2009 um 19:17 Uhr

    Die Aktion der Abtreibungsgegner und der Ruf nach dem starken Staat sind neben der offenen Kapitalismusapologetik Punkte, die diejenigen, die sich selbst zu jeder Gelegenheit als emanzipatorisch, igendwie links, kritisch oder gar antikapitalistisch zur Schau stellen mal überdenken sollten.

    Der Zusammenhang zwischen Aktionen gegen Abtreibungsgegner und Megaspree ist mir total unklar. Hab ich da was verpasst, oder du dich unklar ausgedrückt? Wäre nett, wenn du das erläutern könntest.

  2. 2 scheckkartenpunk 12. Juli 2009 um 19:38 Uhr

    Unter dem Motto „Berlin treibt ab“ wurde ein Riesenbaby aus Pappmaché die Spree runter getrieben. Ein metaphorischer Hinweis darauf, daß Abtreibung verboten gehört und der Staat das durchzusetzen hat – analog dazu die Forderung, daß Berlin nicht „die Kultur“ abzutreiben hätte und dies am Ende der Aktion – am Roten Rathaus von der Stadt eingefordert wurde.

    Die Aktion ist keine gegen Abtreibungsgegner gewesen sondern eine von Abtreibungsgegnern. Ich nehme mal an, daß dir dieser Fehler in der Schnelle des Kommentarschreibens unterlaufen ist.

    Ich habe das Video zur Aktion mit in den Beitrag aufgenommen.

    Widerlich.

  3. 3 John F. Nebel 12. Juli 2009 um 21:19 Uhr

    Ich glaube einfach, dass das eine bescheuerte Aktion gewesen ist, bei der sich die Macher gar nicht bewusst waren, dass sie sich damit zu Abtreibungsgegnern machen.

    Egal: ich finde Deine Fundamentalkritik an der Demo unangemessen. Besser bunte Clubs als fuckimng Hochhäuser.

  4. 4 scheckkartenpunk 12. Juli 2009 um 22:00 Uhr

    Du kannst ja finden was du willst. Ein Argument ist das nicht. Wer die Metapher der Abtreibung benutzt, der gibt erstmal seine Zustimmung dazu, daß Abtreibung etwas ist, was es zu unterbinden gilt. Genau in der Zustimmung dazu kommt man doch erst darauf so eine Aktion durchzuführen. Das ist auch ganz klar dem Slogan zu entnehmen.

    Ich mag bunte Clubs auch, um dieses Angebot der Kulturindustrie wahrzunehmen, würde mich aber deshalb nicht dazu hergeben, deren Profitstreben deshalb zu unterstützen und die grundsätzliche Kritik daran zu vergessen.

    Die Unterscheidung in guten und schlechten Kapitalismus ist meine nicht. Einrichtungen wie die Bar 25, das Watergate oder S&K verhindern erfolgreich ein Spreeufer für alle, entblöden sich aber nicht eine „unsoziale Politik der Privatisierung“ im Aufruf zu kritisieren, die sie selber schon lange betreiben.

    Wer sich ansonsten so gibt wie oben aufgeführt, aber sich nicht zu blöd ist zu dieser Demo zu rennen, weil private Kulturbetreiber ihren Profit gefährdet sehen, der hat Kritik verdient.

  5. 5 lahma 12. Juli 2009 um 22:14 Uhr

    „abtreiben“? geht’s noch? und warum wurde das „baby“ rosa („weiß“?) angepinselt?

    was ist denn das für ein reaktionärer krampf? – nicht zu fassen.

  6. 6 lahma 12. Juli 2009 um 22:21 Uhr

    ist das berliner kunstbaby denn weiß, oder wie? musste man das weiß anpinseln, damit die „abtreibung“ noch „schlimmer“ rüberkommt, oder was? abtreibung: schlimm. abtreibung von nem weißen riesenbaby: noch viel schlimmer.

  7. 7 scheckkartenpunk 12. Juli 2009 um 22:55 Uhr

    im ersten eindruck fand ich deine anmerkungen etwas übertrieben, was die bewußte nutzung der farbe bei dem baby betrifft, aber bei der suche auf youtube gibt es da, zumindest sieht das bei den videos so aus, einen farbwechsel beim baby:

    http://www.youtube.com/watch?v=2lg1F3vF02k

    http://www.youtube.com/watch?v=Iw_Oyw_P8Ms

  8. 8 lahma 12. Juli 2009 um 23:09 Uhr

    natürlich ist da ein farbwechsel – auf dem oben im beitrag verlinkten video pinseln sie es ja an. vor nem „braunen“ baby hätte es sich vor den fotograph/innen wahrscheinlich nicht so gut posiert. was für rassistische arschlöcher.

  9. 9 scheckkartenpunk 12. Juli 2009 um 23:37 Uhr

    hm – die kulturindustrie fordert wohl auch von mir manchmal tribut in form von unaufmerksamkeit. :(

    das erfordert eine ergänzung des beitrags.

  10. 10 saltzundessick 13. Juli 2009 um 0:11 Uhr

    guck, da schwimmt es:

    http://www.flickr.com/photos/saltyvin/3710346831/

    schoenes gegenlicht uebrigens.

  11. 11 Julinoir 13. Juli 2009 um 12:07 Uhr

    danke für die aufklärung – ich hatte die aktion nicht mitgekriegt und war deshalb verwirrt. so einen reaktionären und rassisitschen scheiß kann man ja auch schwerlich antizipieren. thx für die berichterstattung, hab meinen samstagnachmittag lieber anders verbracht.

  12. 12 mjoelk 13. Juli 2009 um 12:20 Uhr

    die spree ist doch quasi ein stehendes gewässer – da kann nichts abtreiben

  13. 13 l 14. Juli 2009 um 8:57 Uhr

    Stattdessen versuchen Teile der radikalen Linken weiter in ihrem säuerlichen Saft zu schmoren, sie neiden dem Bündnis die Mobilisierungskraft – und alles, was nicht der selbstgewählten Einförmigkeit entspricht, wird als reformistisch-kapitalistisch-oder-wie-auch-immer diffamiert.

    überführt!

  1. 1 weiß-machen « lahmacun Pingback am 12. Juli 2009 um 23:20 Uhr
  2. 2 Megaspree: Warum die radikale Linke sich nicht ins Abseits manövrieren sollte >> Demo, Mediaspree, Megaspree-Bündnis, Linke, Bündnis, Menschen, Wagenburgen, Stadt >> Womblog [Worte oder mehr] Pingback am 14. Juli 2009 um 7:56 Uhr
  3. 3 Adidas-Slum-Land-24 « tiefe Pingback am 06. Juli 2010 um 0:38 Uhr
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