Holm dichtet

So wird aus dem Gerücht einer Brandstiftung der Rigaer 84, neben dem es allerhand andere Gerüchte gab – und das nicht nur von Seiten des Klassenfeindes, auf seinem Blog kurzerhand Brandstiftung.

Dazu von der Seite der R84 selbst:

die R84 war für mehr als 17 jahre ein bestandteil der rigaer straße, der durch das feuer am 28.05.2007 aufgehört hat zu existieren. laut aussage der kripo sind die ermitlungen zur brandursache abgeschlossen. es steht fest, daß das feuer in einem abgeschlossenen raum auf dem dachboden ausgebrochen ist, der als siebdruckraum genutzt wurde. weiterhin wurden keine rückstände von brandbeschleunigern gefunden und der auslöser des feuers soll ein kurzschluss in den leitungen oder in geräten gewesen sein, die sich dort in dem dachbodenraum befunden haben.

Das Hausprojekt hat sich während der Instandsetzung des Hauses nach dem Brand übrigens selbst aufgelöst, nachdem einige ehemalige Bewohner kein Interesse an einem erneuten gemeinsamen Projekt hatten.

nach anfänglich guter soli-arbeit ist bei vielen ex-bewohnerInnen schnell die ernüchterung eingetreten. nach einigen monaten intensiver suche nach einer schnellen lösung mußte festgestellt werden, daß diese nicht in aussicht ist. insbesondere die rechtliche situation gestaltete sich erheblich komplizierter als erwartet. ein weiteres problem waren die differenzen im politischen kontext, welche zu einer zersplitterung der ex-bewohnerschaft sorgte.
so wurde auf dem letzten plenum ende november 07 beschlossen, die verträge gegen eine zahlung von 84.000 euro gesamtsumme aufzulösen. die verhandlungen mit dem hausbesitzer gestalteten sich als schwierig, er drohte uns gerichtlich die verträge nehmen zu wollen. laut unserem anwalt hätten diese feststellungsklagen zum großteil erfolg gehabt. zusätzlich hätten wir natürlich auch gewisse hausratsbeseitigungskosten in fünfstelliger höhe zu tragen, wenn wir die klagen verlieren würden. die rechtlich instabile situation der verträge, der finanzielle druck der klagen, sowie die tatsache, daß es keine homogene gruppe gab, die die R84 von den nichtzurückkehrenden übernehmen wollte, waren wohl für viele der insgesamt 19 vertragsinhaberInnen auslöser ihrer entscheidung. die meisten der vertragsinhaberInnen haben das geld in ein R84-memorial-fond eingezahlt, woraus zinslose direktkredite für hausprojekte in friedrichshain angeboten werden.

Daß Holm hier seine heißgeliebte Gentrifizierungsthese absichtlich mit wissentlicher Falschinformation daherlügt ist so dermaßen billig, daß er die Leser seines Blogs für vollkommen verblödet halten muss. Zitiert er doch selbst indirekt von der Seite der R84 indem der „Brandstiftung“ mit dem dort archivierten Artikel aus dem ND verlinkt.

Am Ende entblödet sich dieser Sozialdemokrat nicht mal mit nem Marxzitat um sich zu schmeißen, den er an anderer Stelle nicht mal verstanden hat:

Stehen doch die Aufwertungsprozesse exemplarisch für die Unterwerfung städtischer Gebrauchswerte unter die Verwertungslogik des Kapitals und fordern die wohnungspolitischen Initiativen letztendlich nichts weniger als die Dekomodifizierung der Wohnungsversorgung.

Als ob vor einer Aufwertung städtische Gebrauchswerte nicht der Verwertungslogik des Kapitals unterworfen gewesen wären und sich dort eine idyllische antikapitalistische Blase befunden hätte. Marx muß er ja auch nicht verstehen, das gehört in die „Perspektive linker Theoriedebatten“, die er ja nicht führt.

Aber abschreiben kann er. Dann mal ein Marx Zitat raushauen – da kann man seinen eigenen theoretischen Mangel mittels Autoritätszitat in hippe Radikalität kleiden, um bei der Zielgruppe mal wieder für Popularität zu sorgen.


14 Antworten auf “Holm dichtet”


  1. 1 Andrej Holm 08. Juli 2009 um 0:20 Uhr

    Noch mehr Dichtungen statt neuer Legenden

    Lieber Scheckkartenpunk, erst einmal schön, dass du meinen Blog so gründlich und regelmäßig liest. Auseinandersetzungen mit bisher unbekannten Themen bilden ja, meistens jedenfalls.

    Und du hast recht, die wilden Diskussionen rund um den Brand in der Rigaer Straße 84 hätten mir fast den Titel des Berichtes genommen. Ich habe mich deshalb auf die Aussagen der Berliner Polizei zurückgezogen. Die werden in dem von dir benannten ND-Artikel zitiert. Ich habe auf die Webseite der R84 verlinkt, weil der ND-Link nicht mehr frei zugänglich ist. Wer mag, kann für 65 Cent den Polizeisprecher aber auch noch einmal dort nachlesen (http://www.neues-deutschland.de/artikel/111235.ein-haus-fuer-50-personen-gesucht.html?sstr=Ein|Haus|f%FCr|50|Personen)

    Zitat Neues Deutschland:

    “Brisante Neuigkeiten hat unterdessen die Polizei zu melden. »Wir wissen inzwischen sicher, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hat«, erklärte Polizeisprecher Michael Merkle dieser Zeitung. Die genaue Ursache für das Feuer im Dachstuhl sei allerdings weiterhin unklar, »Die Ermittlungen des Landeskriminalamts laufen«, so Merkle.

    Die von dir behauptete „wissentliche Falschinformation“ ist also gar nicht so billig, wie du sie darstellst. Sicher habe ich das Zitat nicht noch einmal selbst überprüft, keine gründliche Quellenkritik des Neuen Deutschlands angestellt und habe auch keine Brandermittlungen vor Ort vorgenommen, dennoch finde ich die Unterstellung eines „wissentlich daherlügen“ deutlich überzogen. Vielleicht könntest du mir vorwerfen, dass ich da vorschnell der Polizei auf den Leim gegangen bin und deren ‚Falschmeldungen‘ ungeprüft weitergegeben habe.

    Deine Polemik zu falsch verstandenen Marxlektüren in allen Ehren, aber auch du wirst wohl kaum behaupten, dass die Unterwerfung der Gebrauchswerte unter die Verwertungslogik ein starres Verhältnis ist, sondern immer auch Ergebnis von staatlichen Steuerungsversuchen und politischen Kräfteverhältnissen. Kein Mensch behauptet, jenseits von Gentrificationgebieten gäbe es keinen Kapitalismus (falls dass dein Missverständnis ist). Das kleine Wörtchen „exemplarisch“ in dem von dir aufgegriffenen Zitat von mir steht übrigens für „beispielhaft“ und verweist auf einen generalisierbaren Zusammenhang – den können wir gerne Kapitalismus nennen. Doch politisch interessant wird es eben erst, wenn wir uns mit konkreten Materialisierungen in der wirklichen Welt auseinandersetzen und nicht auf der Schwafelebenen von den ‚ach so schrecklichen Verhältnissen‘ stehen bleiben. Ob du solche Einmischungen ins Handgemenge gesellschaftlicher Konflikte sozialdemokratisch findest, ist mir eigentlich egal, auch wenn ich es für ein Missverständnis halte.

    Über sachliche Kritik und auch konträre Positionen zu meinen Blogeinträgen werde ich mich auch weiterhin freuen und bei Gelegenheit gerne diskutieren. Reißerische Unterstellungen und vorurteilsbeladene Polemiken wie in diesem Beitrag finde ich eher weniger hilfreich, da sie ausschließlich der Selbstvergewisserung dienen – allemal wenn sie sich auf so dünnem Eis bewegen wie die Brandstiftunfslegendenlegende, die du uns hier aufgetischt hast.

  2. 2 scheckkartenpunk 08. Juli 2009 um 1:04 Uhr

    Sehr geehrter Andrej Holm,

    nur in Kürze, weil mir momentan die Zeit fehlt:

    Der Artikel vom ND ist auf der Seite der R84 für umsonst einzusehen und auch hier verlinkt. Da kann sich der Interessent das Geld für das ND auch sparen.

    Die Stellungnahme der R84 ist ebenfalls auf der selben Seite und chronologisch nach dem Artikel des ND geschrieben worden. Mit ein bisschen Ernsthaftigkeit und Interesse wäre das auch in Erfahrung zu bringen gewesen.

    So viel dazu ich würde hier was auf dünnem Eis auftischen – ich gebe die Aussagen der ehemaligen Hausbewohner wieder, die auch den Artikel aus dem ND kannten. Sowas ist bei Zitaten ja auch üblich.

    Polemisch und auf dünnem Eis ist da wohl eher die konkrete Behauptung der Brandstiftung.

    Was den Zwang unter die Verwertungslogik bei Aufwertung betrifft: es ist mir nicht bekannt, daß es nach dem Ende der DDR Volkseigentum gab. Privateigentum ist von vornherein die Logik des Kapitals enthalten. Auch Hausprojekte oder Anwohnergärten auf brachliegenden Grundstücken sind da nicht außen vor. Mieten für Gammelhäuser sind deshalb niedriger, weil sich in der Konkurrenz zu anderen Hausvermietern nicht mehr Profit damit machen läßt. Wenn sich dann eben eine Investition in die Haussubstanz lohnt, um den Profit zu erhöhen und die entsprechenden Mittel zur Verfügung stehen, dann wird da eben aufgewertet. Die Logik ist aber schon vorher da. Miete mußte vorher auch gezahlt werden, der Hausbesitz wurde verwertet.

    Wenn also der Besitzer der Brache einen Anwohnergarten duldet, weil da momentan kein Profit mit zu machen ist, so ist das eben eine Duldung und keineswegs ein Entzug des Privatbesitzes aus der Verwertungslogik. Aber nur so lange, bis die Profitaussicht wieder besser ist. Mit Verwertungslogik wird aber immer geprüft, ob sich eine Verwertung lohnt – und spätestens wenn der Aufwand gegen den Widerstand der bisherigen Nutzer Profit zu machen lohnt wird das auch durchgesetzt.

    Wenn nicht mit Hilfe des Staates qua Rechtssprechung, dann werden da eben extralegale Mittel angewendet. Da ist es dann schon egal, ob die Bude abgefackelt wird, um endlich mehr Profit machen zu können, wie das bei der R84 zehn Jahre vorher durchaus sehr viel wahrscheinlicher war – Brandstiftung war es da ja auf jeden Fall.

    Den Bereich der „konkreten Materialisierungen in der wirklichen Welt“ betritt man also schon lange vorher, was dann eben auch ein Fehler der Gentrifizierungsthese ist, wenn sich da einer grundlegenden Analyse in der „Perspektive linker Theoriedebatten“ entzogen wird, um erst dort anzusetzen, wo es nicht mehr um die Gründe sondern nur noch um die Phänomene geht.

    Die Gründe für Auswechslung von Bewohnern eines Viertels sind eben nicht erst Aufwertung, sondern die Einrichtung von Privatbesitz und Profitgenerierung an sich. Gegen eine Sanierung von Häusern und lebenswerte Wohnmöglichkeiten ist doch generell nichts einzuwenden. Ich wünsche niemandem aufgrund fehlender Mittel in einem Loch wohnen zu müssen.

    Da das hier ein privater und keineswegs ein wissenschaftlicher Blog ist behalte ich mir schon vor in welcher Form die Einträge stattfinden. Der Kritik an sich tut das vom Inhalt ja keinen Abbruch.

  3. 3 Andrej Holm 08. Juli 2009 um 9:11 Uhr

    Hallo Scheckkartenpunk,

    ich glaube, du hast dir da einen Pappkamaraden aufgestellt um ihn dann kritisieren zu können… Ich habe nie und auch an keiner Stelle daran gezweifelt, dass es die Eigentumsverhältnisse sind, die unter kapitalistischen Stadtentwicklungsbedingungen eine zentrale Triebkraft darstellen.

    Die von dir beschriebenen Desinivestitionsstrategien in Gammelhäusern oder Brachen sind ja ein wirklich gutes Beispiel dafür, dass Verwertung über denn Gebrauchswert gestellt wird. Und ich bin wirklich weit davon entfernt, solche Formen der Stadtentwicklung besser oder schlechter zu finden als sozial selektive Aufwertungsmaßnahmen. Die von dir unterstellte Idealisierung schlechter Wohnverhältnisse wirst du bei mir nicht finden. Schlimm genug wenn sich Leute gegen eine Aufwertung wehren müssen, weil sie befürchten sonst die Gegend verlassen zu müssen, in der sie gerne wohnen wollen.

    Was die Ökonomien der Aufwertung angeht, würde ich dort im Gegensatz zu den von dir beschriebenen Desinvestitionsstrategien noch ein paar kleine, aber nicht unbedeutende Unterschiede sehen. Eine große Zahl der inaktiven Eigentümer/innen (also jene, die bei der Instandhaltung sparen und Gammelwohnungen vermieten) sind oftmals Einzeleigentümer/innen, die ein, zwei, drei Häuser besitzen und aus ihrem ‚Besitz‘ genügend Geld herausschlagen wollen, um sich ihre (meist bescheidenen) Lebensvorstellungen zu verwirklichen. Aus einer ökonomischen Perspektive handeln sie wie klassische Grundeigentümer und zielen auf eine ‚Rente‘. Die Rationalität der Wohnungsbewirtschaftung (z.b. Vermieten von Gammelhäusern) speist sich aus den Logiken des Privateigentums.
    Nun wird die aktuelle Gesellschaftsformation aber nicht ‚Privatismus‘ sondern ‚Kapitalismus‘ genannt, weil – aber da trage ich sicherlich Eulen nach Athen – Grundbesitz nicht nur verrentet, sondern Kapital verwertet werden soll. Kapital ist dabei als Investitionsmittel zu verstehen, dass einen Produktionsprozess durchlaufen, Mehrwert akkumulieren und Gewinnmargen realisieren soll. So weit so klar, doch der Immobilien- und Wohnungsmarkt tritt uns als Hybridwesen gegenüber, da sich dort Grundbesitzklogiken (Renteneinnahmen) Kapitallogiken (Profite) überlagern. Wenn du so willst, stehen die Eigentümerwechsel, die Gentrificationprozesse oftmals begleiten, ebenso wie viele Neubauprojekte und Stadtentwicklungsmaßnahmen für den Übergang von der Rentenorientierung der Grundbesitzenden zur Profitorientierung von Investor/innen.
    Diese Übergänge, ihre sozialen Voraussetzungen und Effekte, sind das Thema meines Blogs. Dass es auch andere Wirklichkeiten gibt, über die es sich lohnen würde, Geschichten und Meldungen zu sammeln, ist dabei klar – ist schließlich der Gentrificationblog und nicht der Welterklärungsblog. Über Initiativen, etwa die sozialen Konsequenzen des Privateigentums am Beispiel von Gammelhäusern, oder der Privatisierung kommunaler Wohnungsbestände auswerten, würde ich mich sehr freuen – ich selbst schaffe das leider zur Zeit nicht. Insofern habe ich nie behauptet, „die konkreten Materialisierungen der wirklichen Welt“ würden ausschließlich in Gentrificationprozessen sichhtbar gemacht werden können. Vielmehr war dies der Aufruf, die (oft kritisierten) Verhältnisse eben immer auch auf einer konkreten Ebene zu untersuchen, denn die abstrakte Kenntnis von Kapitallogiken wird uns bei ihrer Überwindung nicht wirklich behilfreich sein. (Sie zu ignorieren auch nicht, in sofern kann ich deine Argumente anerkennen, auch wenn ich fest glaube, dass sie sich im hier konkreten Fall auf einen Pappkamaraden richten… aber da waren wir ja schon.)

    Soweit ein paar Erklärungen, die vielleicht helfen, auf deiner Seite ein paar Mißverständnisse auszuräumen. Alles sehr schematisch und knapp beschrieben, anderes erscheint mir aber für dieses Medium ungeeignet.

    Ach ja, ich will dein privates Blog hier keinesfalls zensieren, sondern habe nur die von dir eingeräumte Möglichkeit genutzt, auf diene polemische Auseinandersetzung mit mir/meinen Blogeintrag zu reagieren. Was die R84 angeht, gebe ich dir Recht, egal, wie die Brandursache zu bewerten ist, skandalös sind vor allem die nun angebotenen Mietpreise und vielleicht die Inwertsetzung der Artefekte der Hausbesetzerkultur im Haus.

  4. 4 beberlin 08. Juli 2009 um 18:07 Uhr

    Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es der einzige Inhalt der Gentrification-Theorie ist, abstrakte kaptitalistische Prozesse zu personalisieren. Da ist dann Aufwertung nicht mehr das Resultat von Änderungen der Bodenrente im Zuge der Deindustrialisierung sondern wird von Gentriern, „staatlichen Steuerungsversuchen und politischen Kräfteverhältnissen“ gemacht. Es wäre ja noch akzeptabel wenn das alles auf der Ebene der Phänomene bliebe, aber das schlimme ist doch, dass die Leute tatsächlich denken, Autos anzünden würde den Kapitalismus stoppen. Und Leute wie Holm bieten dann auch noch den starken Staat als Kriesenlösung an…

  5. 5 scheckkartenpunk 09. Juli 2009 um 1:27 Uhr

    @Andreij Holm: da in deiner antwort ein paar grundsätzliche, gerade oder vor allem ökonomische fehler sind, werde ich mir für die antwort entsprechend zeit nehmen. vor dem wochendende werde ich aber wohl kaum dazu kommen.

  6. 6 unkultur 12. Juli 2009 um 17:45 Uhr

    Andrej, man hätte sich durchlesen können, was Marx mit Gebrauchswerten meinte. Hast du aber nicht, was deine umgangssprachliche Verwendung des Begriffs belegt. Wo kommen denn die Gebrauchwerte her? Was soll das sein? Bei dir ist das Kapital immer der externe Kolonisator, der von außen auf a) die a priori vorhandenen Dinge und b) die guten sozialen Verhältnisse einwirkt.

    Schlimm wird es nach dieser Sichtweise erst dann, wenn die Verhältnisse zu unübersichtlich werden und „der einfache Bewohner“ (um bei diesem kreuzblöden Archetyp) zu bleiben, den Durchblick verliert.
    Auch auf der anderen Seite sind die Verhältnisse da gut, wo alles noch übersichtlich ist. Der einzelne Hausbesitzer gilt als moralisch gut; erst wenn er zu viel Besitz anhäuft oder einem in Form einer Kapitalgesellschaft gegenübersteht, wird es unübersichtlich und schlimm. Dieses Weltbild teilen auch Leute wie Heiner Geißler und Peter Sodann, das hat wenig mit „links“ oder „Marx“ zu tun sondern ist ganz gewöhnliches Ressentiment in der postnazistischen Gesellschaft. Und mit Sozialneid und gegen „die da oben“ (wen auch immer man gerade dafür hält) zu polemisieren, damit hat man in Deutschland garantiert den Großteil der Bevölkerung auf seiner Seite. Das kommt dann bei dem „Handgemenge gesellschaftlicher Konflikte“ heraus – dort die armen Bewohnerinnen, in deren Namen man paternalistisch daherredet. Am Ende sind bleiben diese rein rhetorische Ressource für ein gut gebildetes Millieu, dass sich seine innerstädtischen Räume sichert, sei es das linke Wohnprojekt oder der Club am Spreeufer.

    Auch die Lösungsvorschläge sind nicht besser: Dekommodifizierung heisst nichts anderes als Verstaatlichung bestimmter Bereiche, die davor dem Markt unterlagen. Die Idee ist so alt wie die Sozialdemokratie. Diese wollte so den Sozialismus erreichen: irgendwann wäre dann alles verstaatlicht und man müsse nur noch an der Regierung sein und der Sozialismus sei somit erreicht. Der Haken bei der Sache ist nur, dass die Bedingungen der warenproduzierenden Gesellschaft so nicht aufgehoben werden. Zum einen unterliegt alles außerhalb dieser Bereiche immer noch den marktlichen Prinzipien und zum anderen schafft man so zwar Staats-Waren, aber nicht den Kapitalismus ab. Der Staat ist die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass kapitalistische Akkumulation überhaupt betrieben werden kann. Das wäre für eine auf Marx basierenden Kritik zunächst festzuhalten. Aber für die Kritikerinnen und Kritiker der Gentrifizierung scheint nur dort ein Problem zu bestehen, wo Geld ins Spiel kommt, symbolisiert durch Heuschrecken, Immobilienfonds und ausländische Investoren. Und das hat mit Marx nicht das geringste zu tun. Denn er versuchte Kapitalismus von der Warenproduktion her zu bestimmen, und nicht von der Zirkulation des Geldes aus.

    Und das ist das Problem an dem Ansatz von Gentrifizierung: Kapitalismus ist immer nur dort vorhanden, wo man mit einem kruden Ökonomismus meint „Verwertungsprozesse“ ausmachen zu können. Das Blöde ist nur: Man benötigt einen voll funktionsfähigen Kapitalismus – und das heisst im hiesigen Fall – ein erfolgreiches Deutschland, um die sozialen Wohlgaben refinanzieren und verteilen zu können.

    Mit Gentrifizierungstheorien lassen sich sicherlich Prozesse auf einer mikroökonomischen Ebene erklären (Randnotiz: ob das für Berlin gilt – da habe ich so meine Zweifel. Erstaunlicherweise stehen ja in der Studie Zunzer/ Holm/ Häussermann andere Ergebnisse als in den späteren Studien von Holm mit anderen Koautoren. Und immer wieder Prenzlauer Berg, als ließen sich von diesem sehr speziellen Sonderfall allgemeingültige Aussagen ableiten.).
    Nur taugen solche akteurszentrierten Theorien nicht, die Totalität kapitalistischer Vergesellschaftung zu kritisieren. Hier wird immer noch versucht, das gute Soziale gegen das Kapital zu verteidigen. Nur kommt diese Kritik 500 Jahre zu spät.

    Es wird an der Stelle unhaltbar, wo ohne weitergehende Überlegungen von der Wissenschaft politische Forderungen abgeleitet werden. Automatisch kommt dann „bezahlbarer Wohnraum für alle“ heraus. Warum eigentlich? Man könnte ja auch zu ganz anderen Forderungen kommen. Nur zur Illustration: Etwa, dass die Einkommen der Bewohnerinnen und Bewohner so hoch sein sollten, dass damit gut ausgestatteter Wohnraum gekauft werden kann. Oder gleich die Abschaffung von Mieten generell fordern. Eine Diskussion darüber findet aber nicht statt, stattdessen werden die Widersprüche mit einer „wir sitzen doch alle im selben Boot“ glattgebügelt.

    Andrej, du stiehlt dich aus der Verantwortung: Gentrifizierung ist der neue Deppenbegriff, mit dem wirklich jede Art von Ekelhaftigkeit gegenüber seinen Mitmenschen begründet wird: von Scherben auf Kinderspielplätzen auslegen bis hin zum Nachbarn das Auto anzünden. Und genau das ist das Skandalöse an deinem politischen Wirken. Du gibt allen Arschlöchern einen Rechtfertigungsgrund, eben dadurch, dass du dich nicht distanzierst – wie etwa in Bezug auf die „Idealisierung schlechter Wohnverhältnisse“. Denn statt dieser Blödheit Einhalt zu gebieten, fabulierst du vom „Pappkameraden“, den sich die anderen angeblich aufbauen. Das ist nichts anderes als das vulgärmarxistische Gerede von den Nebenwidersprüchen, die nur „vom Eigentlichen“ ablenken würden. Ausgeblendet in deiner Betrachtung werden die Folgen der Ideologie in der kapitalistischen Gesellschaft und das ist kein „Papppkamerad“ sondern die Abscheulichkeiten in Text und Tat, die von Gentrifizierungsgegnerinnen und -gegner begangen werden. Und an der Basis der Bewegung wird dann jedes Phänomen aus reinem Bauchgefühl als Gentrifizierung benannt. Gentrifizierung ist der neue Begriff für Paranoide, die hinter allem eine geplante Verschwörung finsterer Spekulanten vermuten.

  7. 7 Andrej Holm 12. Juli 2009 um 23:53 Uhr

    Hallo unkultur,

    vielen Dank für deine ausführlichen Überlegungen zu den Beschränktheiten der Gentrificationforschung und Antigentrificationpraxis. Ich werde nicht auf alle Themen eingehen, die du abgesprochen hast – ganz kurz zu deiner Frage nach den unterschiedlichen Einschätzungen in verschiedenen Publikationen. Da lohnt sich z.B. ein Blick auf die Veröffentlichungsdaten oder Untersuchungszeiträume (die Einschätzung der Stadterneuerungsfolgen unterscheidet sich Ende der 1990er Jahre von denen ein paar Jahre später – unter anderem weil sich die (mikro)ökonomischen Rahmenbedingungen seit 1999 rapide verändert haben… aber das ist auch alles nachzulesen, wenn es dich wirklich interessiert).

    Doch zu deiner (aus meiner Perspektive) Hauptkritik: Ich will weder dich noch andere hier in den Kommentaren des Blogs mit ausführlichen Marxexgesen langweilen. Zum Gebrauchswert nur soviel: mit meiner „umgangssprachlichen Verwendung des Begriffs“ beziehe ich mich auf die Arbeiten der Kritischen Geographie (z.B. D. Harvey und N. Smith) aber auch auf den Ansatz einer Urban Political Economy (H. Molotch/J. Logan). Beide Ans ätze verstehen sich als Versuche einer polit-ökonomischen Analyse städtischer Entwicklungen. Dort bleibt die Arbeitswerttheorie von Marx nicht unberücksichtigt, wenn auch der Doppelcharakter der Ware Ausgangspunkt vieler Überlegungen ist. Als Gebrauchswerte dabei werden die stofflichen aber auch immateriellen Reichtümer einer Stadt aufgefasst, die das Leben für alle schöner und angenehmer machen könnten. Mit der Hilfskrücke des Begriffs der „kollektiven Konsumption“ werden diese Gebrauchswerte den Verwertungslogiken von Immobilienverwertungskoalitionen gegenübergestellt. Dass sich in den – aus dieser Konstellation folgerichtigen – Dekommodifizierungsforderungen die „Bedingungen der warenproduzierenden Gesellschaft“ nicht umfassend aufheben lassen, dürfte auf der Hand liegen und ist von dir richtig erkannt worden. Warum dieser Umstand der Beschränktheit bei dir und anderen solche Emotionen weckt, habe ich noch nicht richtig verstanden. Ich habe ein großes Herz für Bewegungen und Ansätze, die die gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrer Totatlität verändern wollen – für Hinweise auf analytische und politische Ansätze, konkrete (und nicht nur abstrakte) Ausformungen dieser gesellschaftlicher Verhältnisse in der von dir eingeforderten Vehemenz zu hinterfragen, wäre ich sehr dankbar.

    Was deinen Staatsbegriff angeht, kann ich mit der sehr traditionellen Bewertung als Gewährleister der kapitalistischen Akkumulation nicht wirklich viel anfangen. So sehr diese Setzung abstrakt stimmt, so sehr unterscheiden sich die Effekte verschiedener staatlicher Regulationsmodi insbesondere auf unterschiedlichen räumlichen Maßstabsebenen. Bei Gramcsi und Poulantzas finden sich ja gut begründete Argumentationen, den Staat nicht nur aus der funktionalen Perspektive zu betrachten (wie du es hier in der vermutlich blogbedingten Verkürzung tust) sondern als Arena politischer Konflikte und gesellschaftliches Kräfteverhältnis zu untersuchen. Aus einer solchen Perspektive können Regulationen auch aus einer hegemonialen/antihegemonialen Perspektiven betrachtet werden. Du kannst die Auseinandersetzungen um solche Verschiebungen städtischer Regulationen als sozialdemokratisch diskreditieren – für andere gilt der Kampf um verbesserte Lebensbedingungen in den Städten oder die Durchsetzung von Konzepten einer „Sozialen Infrastruktur“ als radikaler Reformismus. Aus der Perspektive einer abstrakten Gesellschaftskritik wie du sie hier im Blogbeitrag demonstrierst sicher auch nicht viel – für konkrete politische Initiativen, wie ich finde, eine ganze Menge.

    Was deine Kritik an den realexistierenden Stadtteilprotesten angeht, sprichst du viele richtige Punkte an – mir in die Schuhe schieben zu wollen, Glasscherben auf Kinderspielplätzen und Anschläge auf Luxuswagen herbeizuschreiben, finde ich einen ziemlichen Hammer. Das hat zuletzt die BAW versucht. Wenn es tatsächlich um einen „neuen Deppenbegriff“ geht, dann wird sicher auch mein Schreiben wenig nützen. Wenn du meine Texte verfolgst (viele sind ja in meinem Blog archiviert) dann wirst du sicherlich schon herausgefunden haben, dass ich ‚ganz Sozialdemokrat‘ nicht viel von personalisierten Attacken und dem Abarbeiten an Leuchtturmprojekten halte und statt dessen für eine wohnungspolitische Auseinandersetzung plädiere. Den Vorwurf der verkürzten Systemkritik kann ich an dieser Stelle gut verkraften. Dass es angeblich keine Diskussionen um die Schlussfolgerungen von städtischen Konflikten und wohnungspolitische Forderungen gäbe, zeigt jedoch, dass du in diesem Themenfeld nicht wirklich zu Hause bist. Aber es passt je auch besser in deine Argumentation, von einer „Wissenschaft“ zu fabulieren, von der „ohne weitergehende Überlegungen von politische Forderungen abgeleitet“ werden. An wie vielen stadtpolitischen Debatten, wissenschaftlichen Tagungen oder internationalen Debatten hast du dich denn beteiligt, um dies einschätzen zu können? Mit scheint, dies ist wieder so ein Beispiel für den „Pappkameraden“ von dem ich schon geschrieben habe… Wider besseren Wissens oder auch einfach aus Ahnungslosigkeit heraus werden Vermutungen über alle möglichen theoretischen oder politischen Kurzschlüsse behauptet um sich dann mit Verve an ihnen abzuarbeiten. Für mich keine wirkliche Debatte, sondern eher eine mehr oder weniger gepflegte Form der Rechthaberei – also weder theoretisch noch politisch besonders zielführend. Schade eigentlich!

  8. 8 Andrej Holm 13. Juli 2009 um 0:14 Uhr

    Ach ja, wen ihr tatsächlicch an einer inhaltlichen Auseinandersetzung interessiert seid – vielleicht lässt sich ja eine Form der öffentlichen Diskussion organisieren. Auf den bisherigen Veranstaltungen im Themenfeld waren Positionen wie eure ja nicht wirklich zu vernehmen. Vielleicht lässt sich ja gemeinsam ein angemessener Rahmen finden. Meine Kontaktdaten jedenfalls findet ihr auf meinem Blog.

  9. 9 scheckkartenpunk 13. Juli 2009 um 0:25 Uhr

    lieber andreij holm,

    hier schon wieder von pappkameraden herumzufabulieren, sieht aus wie der versuch sich einer klärung zu entziehen.

    wenn für dich eine kritik am bürgerlichen staat, der die einrichtung von privateigentum gewaltsam durchsetzt und garantiert, um den kapitalistischen normalbetrieb garantieren zu können sehr traditionell daherkommt, so mußt du schon erklären was deine kritik daran ist und wieso das falsch ist. eine autoritätsverweisung auf gramsci und poulantzas bringt da gar nichts, weil damit nicht geklärt ist, a) ob du das bei denen auch verstanden hast b) das jemand anderes auch so versteht – da gäbe es ja erstmal grundsätzlich was zu klären und dann zu prüfen ob das dann tatsächlich dazu führen würde die kritik des bürgerlichen staates für falsch zu erklären.

    sonst könnte ich mir auch sparen eine ausführliche erklärung darüber zu schreiben, weil deine setzung profit = rente falsch ist, sondern könnte genauso in autoritätsanlehnung einfach daruf verweisen, daß du mal das kapital band 3, verwandlung von surplusprofit in grundrente durchlesen solltest. und das ist ja nicht dein einziger fehler! ich wende aber schon die zeit auf, hier sobald als möglich das auszuführen.

    wenn du allerdings keine lust auf klärungen hast, dann sag das doch einfach.

    den hinweis darauf, daß und was sich für andere auf deine theorien beziehen finde ich nicht so den hammer, weil du auch ganz konkret auf solche verlinkst. in dem fall ist ein hinweis darauf und eine nachfrage doch wohl berechtigt.

  10. 10 Andrej Holm 13. Juli 2009 um 2:42 Uhr

    Hallo Scheckkartenpunk,

    komm mal runter, bitte. Ich habe mich hier mit mehr Sachlichkeit und Ausführlichkeit, als es wirklich nötig gewesen wäre auf deine Kritik und die Diskussionen auf dem Blog eingelassen. Aber doch nicht, um weiter von dir angepöbelt zu werden. Wenn du/ihr tatsächlich Interesse an einer Auseinandersetzung habt und es dir/euch nicht nur um Rechthaberei geht, dann sollte sich dies auch in der Form widerspiegeln. (Ich will dir hier nicht den Ton auf ‚deinem‘ Blog vorschreiben, würde aber dann die Debatte sicher nicht weiter fortsetzen.)

    Deine Nummer mit den Autoritätsverweisen will und kann ich nicht wirklich ernst nehmen, wenn du einen Blick in Kapital Bd. III empfiehlst, ohne zu beschreiben, was du dort hervorzuzaubern gedenkst. Deine Ankündigung von „Fehlern“ in meinen Argumenten, jedenfalls klingt nach einem recht autoritären Diskussionsverständnis. Überhaupt finde ich die Ebene von „richtig“ und „falsch“, die du in die Diskussion einzubringen versuchst wenig förderlich, um vielleicht auch was dabei zu lernen – „richtig“ und „falsch“ sind doch die kleinen Geschwister des Dogmatismus, oder? Aber wie gesagt, über schlaue Gedanken und gute Frage freue ich mich allermeistens….

    Doch zurück zu meinen „Autoritätsverweisen“: Ich habe nicht versucht mit den Verweisen meinen Argumenten ein größeres Gewicht zu verleihen, sondern dir/euch in dem beschränkten Diskursmedium Blog/Kommentar ein Chance zur Verortung meiner theoretischen Ansätze mit zu liefern. Wenn du darauf verzichten kannst, umso besser – war eher als Hilfestellung gedacht um dich von den völlig falschen Spuren abzubringen.

    Was die Staatskritik angeht, geht es, glaube ich nicht darum, die Gültigkeit der Staatskritik grundsätzlich zu klären – ich habe ja lediglich auf die analytische Beschränktheit der funktionalen Perspektive verwiesen, wenn es darum geht die Verhältnisse auch im Konkreten (z.B. für die Stadtpolitik) zu untersuchen. Deine abstrakte Kritik sei dir unbenommen – für die Auseinandersetzungen, wie ich sie führe/führen will, ist sie jedoch nur bedingt hilfreich.

    Warum ein unterschiedliches Staatsverständis dich daran hindern sollte, deine ökonomischen Sichtweisen auszubreiten hab ich nicht verstanden. Ich bin sehr gespannt auf deine Hinweise zur Ökonomie des Wohnungsmarktes. Falls du tatsächlich was dazu aufschreiben willst, sei mir nur noch der Hinweis erlaubt dass ich ganz bestimmt keine „setzung profit = rente“ verfolge, sondern genau das Gegenteil in die Diskussion eingebracht habe. Ganz ohne Autoritätshintergedanken kann ich dir folgendes Buch ans Herz legen, wenn du in die Widersprüchlichkeiten des Wohnungsmarktes einsteigen willst: Brede, H., Kohaupt, B., Kujath, H.-J. 1975: Ökonomische und politische Determinanten der Wohnungsversorgung. (schon etwas älter, gibt es aber zumindest in Berlin in ein paar Bibliotheken). Insbesondere die Übertragung der marx’schen Argumentationen zum Ackerbauboden auf die städtischen Ökonomien ist ja nicht so ohne weiteres zu vollziehen, auch wenn Marx behauptet, dass sich die Logiken von Differentialrenten letztlich in allen monopolisierbaren Bodenmärkten durchsetzen. Was für die Differenzierung verschiedener ökonomischer Kalküle auf den Wohnungsmärkten auch nicht wirklich weiterhilft, sind Verallgemeinerungen, die die Mietpreise aus den allgemeinen Reproduktionskosten ableiten und einen Widerspruch zwischen Grundeigentums- und Fabrikbesitzern ausmachen, wie es bei Engels beschrieben wird. Um meine These nochmal zusammenzufassen (damit du dich zumindest in dieser Frage nicht an einem ‚Pappkameraden‘ abarbeiten musst: „Gentrification ist durch den Übergang einer Rentenökonomie in eine Profitökonomie des Wohnungsmarktes gekennzeichnet“. Begründung waren in dem früheren Kommentar insbesondere die unterschiedlichen ökonomischen Rationalitäten die von den Eigentümer/innen verfolgt werden. Damit nicht verbunden waren jedoch moralische oder sonstige Bewertungen von ‚besser‘ oder ’schlechter‘ der verschiedenen Handlungsweisen.
    Ziel deiner Auseinandersetzung müsste es also sein, für die unterschiedlichen Ökonomien von Eigentümer/innen andere Verwertungsmodi zu beschreiben, oder auch zu belegen, dass es gar keinen Unterschied zwischen inaktiven Einzeleigentümer/innen und Investor/innen gibt. (Der Begriff der Einzeleigentümer/innen ist tatsächlich etwas unscharf, weil es nicht wirklich um die Anzahl der Häuser im Besitz geht, sondern um die meist familienbezogene Organisation der Eigentumsbindung und Bewirtschaftung geht. Ich habe auf ihn zurückgegriffen, weil er in den mir bekannten Studien zu Mikroökonomien/Eigentümerstrategien auf Wohnungsmärkten vielfach Verwendung fand).
    Ich bin gespannt auf deinen angekündigten Debattenbeitrag!

  11. 11 SKP Lover 16. Juli 2009 um 10:13 Uhr

    Hey SKP was ist los? Alle warten sehnsüchtug auf eine tolle Antwort von dir! Und darauf, dass du wieder unter Beweis stellst, dass du Marx auswendig kannst (wie es bei den anderen Buchreligionen auch oft üblich ist). Komm schon, enttäusche uns nicht!

  12. 12 scheckkartenpunk 16. Juli 2009 um 10:31 Uhr

    wenn ich marx auswendig könnte, dann würde hier schon lange was stehen. mir geht es aber tatsächlich um klärung, und nicht um geschwafel oder ungefähre angaben, weshalb das ein gewisser aufwand ist. aber als mein lover wirste schon warten können.

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