auch Medien bekommen Geschlechter

Besser gesagt bekommen Medien ein heteronormatives Profil. Da es nun mal eine klare Sache ist, daß Mädchen einfach einen anderen Zugang zu Technik haben (und ich dachte immer die haben gar keinen – zum Glück haben dann richtige Wissenschaftler entdeckt, daß er halt einfach nur anders ist), so muß man diese Technik eben auch gendern.

In Bezug auf den Computer dominiert bei Jungen zum Beispiel ein eher experimenteller und spielerischer Umgang, während sich die Mädchen ihm unter pragmatisch-instrumentellen Vorzeichen nähern. (Stolzenburg/Bahl 1999, S. 131).

Zum Glück gibt es Projekte wie MediaGender, die eine Geschlechtertrennung und zugeteiltes Rollenverhalten nicht nur verstehen, sondern aktiv daran mitarbeiten das auch noch zu perfektionieren. So finden gegenderte Menschen und gegenderte Technik zueinander und alles ist toll. Nicht die Gesellschaft formt das Rollenverhalten aus – nein, die Gesellschaft reagiert nur drauf, es ist halt in den Menschen drin.

Warum MediaGender? Das frage ich mich auch.

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14 Antworten auf “auch Medien bekommen Geschlechter”


  1. 1 isabelle 10. November 2008 um 22:45 Uhr

    haha ;)

  2. 2 bigmouth 11. November 2008 um 0:38 Uhr

    funktionaler analphabetismus ist schon ein doofes schicksal

    In den Praxisprojekten, kann man konkret auf diese Situation eingehen und die Projekte so gestalten, dass es nicht zu einer geschlechtsstereotypen Handlungsweise bei den Mädchen und Jungen kommt.

  3. 3 scheckkartenpunk 11. November 2008 um 0:58 Uhr

    aha – auf der einen seite gibt es wissenschaftliche erkenntnisse wie die von stolzenburg / bahl und auf dieser basis wird das ganze auch selbst problematisiert:

    Innerhalb dieser Projekte wird jedoch oft das Geschlecht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht berücksichtigt. Daraus ergeben sich sowohl für Jungen, als auch für Mädchen Nachteile:

    oder auch

    Mit dem Einsatz von Medienprojekten in Schule und Jugendhilfe können andere Methoden Einzug in die kulturelle Bildungsarbeit halten, die einen geschlechtsbewussten Umgang in diesem Zusammenhang gewährleisten.

    auf der anderen seite sollen geschlechtsstereotypische handlungsweisen vermieden werden – INDEM das ganze geschlechtsspezifisch ausgerichtet wird. den nicht-widerspruch darin kannst du mir bitte erklären.

    ich sehe da keinen analphabetismus auf meiner seite, wenn meine kritik daran ist, daß auf gesellschaftliche geschlechterrollen reagiert wird, in dem genau darauf basierend geschlechterspezifisch ausgerichtet wird – die geschlechtsspezifische zugangsproblematik also noch manifestiert wird.

  4. 4 bigmouth 11. November 2008 um 3:31 Uhr

    das ist schlicht kein widerspruch. wenn am ende die gleichen konpetenzen rauskommen sollen, am anfang aber die kompetenzen geschlechtermässig verschieden verteilt sind, dann muss man das wohl ausgleichen

    es wird nämlich gerade gegen „geschlechtsspezifische zugangsproblematik“ angegangen. die wird nicht manifestiert, sondern repariert. heisst also: die leute sollen jeweisl darin gefördert werden, was sie NICHT können, auf grund von stereotypen. das soll ja eben nicht „pefektioniert“, sondern angegangen

    es ist schlicht unmöglich, geschlechterstereotype anzugehen, ohne das geschlechterspezifisch zu machen. wie stellst du dir das vor? du scheisnt blindheit gegenüber dem bestehenden einzufordern. dabei kann aber immer nur das bestehende weiter rauskommen

    du hältsts wahrscheinlich auch affirmative action für rassismus, was?

  5. 5 scheckkartenpunk 11. November 2008 um 10:19 Uhr

    für dich spielen mädchen auch von natur aus lieber mit barbies und jungs tragen lieber blaue klamotten?

    ich fordere keine blindheit vor dem bestehenden ein, aber wenn die rollenbilder als unhinterfragter ausgangspunkt genommen werden sollen, um dann darauf aufbauend eine medienkompetenz zu schaffen, dann wird genau dort das rollenverhalten manifenstiert und keinesfalls repariert. denn in der konsequenz werden die medien geschlechterspezifisch gestaltet: die für jungs werden für einen besseren zugang „experimenteller und spielerischer“ und die für mädchen „pragmatisch-instrumentell“. es gibt dann also nicht nur eine splittung zwischen denen die medienumgang beherrschen und denen die das nicht können, sondern innerhalb des medienumgangs kommt es dann nochmal zu einer splittung.

    dabei wird keinesfalls das rollenverhalten hinterfragt sondern einfach darauf aufgesetzt. im gegenteil – da werden die ursachen überhaupt nicht angegangen sondern symptome versorgt. die ursachen bleiben und wenn dann nur die symptome richtig erkannt werden und ein richtiger umgang damit erlernt wird, dann kommen danach dann „reparierte“ menschen raus, die dann auf einmal wieder beide genau das selbe können. mädchen spielen übrigens auch keine baller- und prügelspiele. das liegt nicht in ihrer natur.

    wieso du hier noch nen schauplatz „affirmative action“ aufmachen willst verstehe ich nicht, aber wenn dich das interessiert, dann kannst du das ja auf deinem blog klären.

  6. 6 bigmouth 11. November 2008 um 12:22 Uhr

    denn in der konsequenz werden die medien geschlechterspezifisch gestaltet: die für jungs werden für einen besseren zugang “experimenteller und spielerischer” und die für mädchen “pragmatisch-instrumentell”.

    woraus folgerst du das? wo steht das im text?

    mir scheint, du legst da sachen rein, die da nicht stehen. interessiertes lesen halt

  7. 7 scheckkartenpunk 11. November 2008 um 12:38 Uhr

    das ergibt sich aus dem zitat von stolzenburg / bahl – wenn der umgang mit dem computer geschlechtsspezifisch ist, so ist der computer eben geschlechtsspezifisch zugänglich zu machen: und das bedeutet User Interface Design geschlechtsnormativ auszugestalten. denn der zugang zum computer findet über das interface statt. ohne die ganzen visuellen metaphern moderner betriebssysteme gäbe es ganz andere zugangsprobleme – die unix shell ist eben was anderes als der windows explorer. auch der name mediagender spricht genau das an: nicht die inhalte werden problematisiert sondern die medien.

    interessanter weise ist das zitat von stolzenburg / bahl, welches ich genau dem artikel entnommen habe, inzwischen kommentarlos verschwunden. da ist eben doch etwas dran an der kritik sich als ausgangsbasis auf so einen naturalisierungsversuch zu beziehen.

  8. 8 lahmacun aka Laura 11. November 2008 um 12:41 Uhr

    altes thema, war immer schon so. gendering media. das setzt sich dann in der genre-debatte fort. BLA

    diese media gender menschen manchen halt gender mainstreaming.

  9. 9 bigmouth 11. November 2008 um 13:18 Uhr

    ich sehe übrigens nicht, dass das zitat gleich eine naturalisierung darstellt

  10. 10 scheckkartenpunk 11. November 2008 um 19:34 Uhr

    das siehst du nicht – gibts dazu auch ein argument? oder ist das ein geschmacksurteil?

  11. 11 bigmouth 12. November 2008 um 2:31 Uhr

    über die ursachen steht da doch nichts. wenn ich schreibe „schwarze us-amerikaner verdienen weniger als weiße“ – ist das dann auch eine naturalisierung?

  12. 12 scheckkartenpunk 12. November 2008 um 11:59 Uhr

    stolzenburg und bahl sind pädagogen, denen daran liegt, daß medienkompetenz vermittelt wird. dabei machen sie einen unterschied bei den geschlechtern auf, der dabei zu berücksichtigen ist. der unterschied wird als gegeben gesetzt – wobei der so schon blödsinn ist, wie ich anhand von beispielen, die du einfach mal ignorierst (ballerspiele, puppen etc.) kurz angerissen habe.

    der unterschied wird als geschlechtsspezifisch erklärt und soll mit dem ziel der medienkompetenz durch geschlechtsberücksichtigende methodik „repariert“ werden. also ganz in deinem sinne – egal was die ursachen sind für die symptome wird schon was gefunden, damit die nachher im medienkompetenten sinne funktionieren.

    mädchen sind halt so und jungs sind halt so – mit deren eigenschaften muß man halt „arbeiten“. klar werden da diese angeblichen eigenschaften naturalisiert.

  13. 13 bigmouth 12. November 2008 um 15:02 Uhr

    ok, du kennst von stolzenburg/bahl also von mehr als dem zitat? baller- vs puppenspiele sind ihre beispiele? hätteste vielleicht kenntlich machen können. ich kann ja nur mit dem zitat arbeiten, das da steht

    und nein: wenn man von vorgefundenen eigenschaften ausgeht, naturalisiert man sie damit noch längst nicht. wie und ob die erworben wurden, legt das überhaupt nicht nahe – was naturalisierung meines erachtens ausmacht. die einrichtung des Negro College Funds 1944 zeugt ja auch eben gerade nicht davon, dass die gründer von einem natürlichen begabungsunterschied zwischen schwarzen und weißen ausgingen

  14. 14 scheckkartenpunk 12. November 2008 um 19:17 Uhr

    ne – baller- vs puppenspiele kommt von mir. WENN mädchen also jetzt diesen „pragmatisch-instrumentellen“ zugang zu rechnern hätten – dann würden mädchen keine computerspiele spielen, weil es bei spielen um den experimentellen und spielerischen charakter geht. das ist aber rein empirisch schon völliger blödsinn.

    es ist doch etwas völlig anderes das bildungsniveau durch programme auszugleichen, weil da eben erkannt wurde, daß durch rassismus benachteiligungen entstanden sind, oder ob erklärt wird, daß schwarze halt eine andere und besondere schule bräuchten, weil sie eben von sich aus anders wären.

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