Wenn nicht gewußt was ausgedrückt wird, aber es unbedingt sein soll

…dann sollte zu „unkorrekter“ Symbolik gegriffen werden (hier aus dem Pool bedienen), für die andere „eine Lanze gebrochen“ haben. Denn wenn der Symbolgehalt nicht bekannt ist, dann ist es ja auch halb so schlimm diese Symbole zu benutzen. Es geht ja schließlich um’s identitäre Posen – um irgendwie links sein, wenn auch nicht so genau bekannt ist, was das denn dann genau sein soll. Das ist aber auch nicht so wichtig, schließlich kann von der „Emo-Linken“ (nicht schlecht) nicht erwartet werden, daß sie sich mit Inhalten auseinandersetzt.

Deshalb ist dann auch ein infantiles Symbol von Antispes dümmster Sorte irgendwie ok, denn Amerikaner sind ja sowieso schlimmer als die Deutschen und weil Linke ja keine Christen sind kann dann symbolisch schon Zustimmung gegeben werden, wenn zwei Flugzeuge wegen ein paar Burgern in zwei Hochhäuser krachen. Tiere fühlen und leiden wie wir und dafür können dann schon mal Amis über die Klinge springen. Alles gute kommt von oben und schließlich sind die Amerikaner per se ja für so Übel wie fundamentalistische Christen verantwortlich. Alles halb so schlimm. Schlimmer als die Amis ist dann aber ein „U.S.Panzer-Geiler Theoretiker“ wie tee oder auch einblog. Die beiden haben bestimmt auch schon dieses Quartet daheim, so geil wie die sind bestimmt auch schon durch die Boosterpacks gepimpt.

Sehr wichtig für Emo-Linke und solche, die es werden wollen: irgendein Problem mit dem Kapitalismus haben, ausdrücken einer diffusen Bereitschaft zur Militanz und Mackersymbole sind völlig ausreichend. Das Zueigenmachen von Inhalten ist nicht nötig und kann außerdem nur zu Problemen führen, wenn andere getroffen werden, die auch ein Problem mit dem Kapitalismus haben, militant und mackerig sind – sich allerdings nicht als emo-links verstehen, sondern ihrer Nation dadurch zum Erfolg verhelfen wollen. Immerhin sind die nicht so schlimm wie die Amerikaner.

Aber gönnerhaft werden dann für andere Linke zwei Argumente gelten gelassen. Zum Beispiel die Vermittlungsebene. Die Vermittlungsebene eines Symbols befördert dann ja doch einen angedeuteten Inhalt. Aber dabei ist nicht wichtig, was für Inhalte da angedeutet werden, das muß als Emo-Linker nicht interessieren, sondern diese Inhalte könnten doch tatsächlich andere verschrecken. Und genau das will ja keiner, wenn Bereitschaft zur Militanz und Mackertum symbolisiert wird. Im Gegenteil wurde sich ja mit diesen Symbolen bestückt, um identitär eine Zugehörigkeit zu generieren, bei der bloße Nutzung von Symbolen zu Anerkennung führen soll. Wird diese dann versagt, weil es tatsächlich Linke gibt, denen Inhalte wichtig sind, so wird dann halt auf ein Symbol verzichtet, eine inhaltliche Auseinandersetzung ist nicht nötig – wieso auch, die Inhalte des Symbols wurden ja schon vorher nicht geteilt.

Das andere Argument: es fühlt sich jemand (dessen Meinung einem wichtig sei) davon gestört. Warum sich jemand davon gestört fühlt ist uninteressant – das einzig wichtige ist, daß derjenige gemocht wird. Die Emo-Linke hat es also mit den Argumenten wie mit den Symbolen: bezeichnender Weise geht es um’s Gefühl nicht um Inhalte.

Auch deshalb ist es eigentlich unverschämt, wenn irgendwelche Atzen dann meinen, daß eigene inhaltliche Positionen in der Linken was zu suchen hätten. Das Gegenteil ist der Fall, persönliche Positionen sind einfach mal zu akzeptieren, egal welche Inhalte sie haben, schließlich weiß die Linke ja: es ist alles konstruiert. So wird dann flux aus der Emo-Linken noch eine Pomo-Linke, die dann aber auch davon nicht mal eine Ahnung hat.

Das ist aber auch nicht nötig, denn das Che Poster ist noch im Keller und im Duchlauf der linken Theorieschmiede im Uniumfeld wurde ja dann offensichtlich alles gelernt, was als Emo-Linker so nötig ist.

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4 Antworten auf “Wenn nicht gewußt was ausgedrückt wird, aber es unbedingt sein soll”


  1. 1 petrosilius 23. September 2008 um 10:47 Uhr

    wie kommst du auf „symbol von antispes“?

  2. 2 scheckkartenpunk 23. September 2008 um 10:54 Uhr

    eigenauskunft des blogbetreibers von antifastreetart:

    Das Ding war, das ich einen Ordner Stencil-Grafiken hochgeladen hatte den ich unter anderem von einem bekannten Antispe bekommen hab, dabei gabs eine Grafik welches ein verändertes McDonalds Logo zeigt worin zwei Kampfjets auf zwei Türme fliegen, dadrunter steht “Eat This”.

    http://antifastreetart.blogsport.de/2008/09/22/man-man/

    außerdem nicht „symbol von antispes“ sondern „symbol von antispes dümmster sorte“.

  1. 1 « Andersleben Pingback am 23. September 2008 um 15:32 Uhr
  2. 2 Blogspiegel- TAHPS « EinBlog für die wirkliche Bewegung! Pingback am 23. September 2008 um 17:08 Uhr
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