Archiv für Juli 2008

We still call it Acieed!

Die Roland TB-303, eine der größten Fehlproduktionen der früheren Synthiegeschichte, erwies sich als miserabler E-Basssynthesizer. Dafür war sie 1982 allerdings konzipiert worden und zu Zeiten, als es einen Anspruch daran gab analoge Synth so klingen zu lassen wie ihre händischen Vorbilder, war das natürlich ein totaler Flop. Die Produktion wurde alsbald wieder eingestellt und die verkauften TB-303 gab es zu Spottpreisen auf dem Markt.

Dann kamen 1987 Phuture und mit ihnen ihr 12 minütiges Epos „Acid Tracks“ auf dem chicagoer Label „Trax“. Die TB-303 wurde in 12 Minuten für so alles verwendet, was nicht nach einem synthetisierten Bassabbild klang. Daraufhin schoß die Nachfrage nach der Fehlproduktion in die Höhe, Roland wünschte sich, die Konstruktionspläne noch zu haben und Ende der Neunzehnhundertachtziger brach die erste Acid House Welle herein.

Der Hype flachte noch vor den Neunzigern wieder ab und ab da fristete das analoge Blubbern der 303 ein weniger beachtetes Dasein auf B-Seiten und Dats. Im Zuge von Techno kam Acid dann wieder und Künstler wie Mike Ink, Jörg Burger oder Aphex Twin sorgten für neue Begeisterung für den einzigartigen Sound of Acid. Seit dem bewegt sich die Verwendung des Sounds immer in Wellen.

So 2004/2005 kam dann wieder so einiges und so sendeten der Weedspirit und ich ein Special im Rahmen unserer Sendung im Freien Radio für Stuttgart. Der Name der Sendung morphte jede Woche und nahm abstruse Wortbilder an, ansonsten hielten sich unsere verbalen Beiträge zurück, was das ganze als Mitschnitt natürlich gut hörbar macht. Direkt aus dem Radioarchiv mit der ausklingenden Hippiemucke der Vorgängersendung am Anfang und 2005er Acid, Soundverwandtem und ein paar Klassikern:

>>>1 Stunde analog Geblubber für den Housegebrauch

DSK – What Would We Do

Engländer bauen ja immer gerne Verweise auf alte Musikstücke ein. Das Vocalsample in Wiley „Wearing My Rolex“ war 1991 schon mal richtig groß:

Breakbeat House at it’s best.

Wiley Kat

Die erste MC-Supergroup des UKGarage: Flow Dan, Geeneus, GodsGift, Major Ace, Maxwell D, Wiley. Godgift und Wiley sind beide noch gut dabei, den Rest hab ich aus den Augen verloren, wobei sich Whiley gerade von Grime frei zu machen scheint und damit auch genreübergreifend Beachtung findet:

Wiley – Wearing My Rolex

- um dann mit Skepta zusammen den Elektrovibe wieder im Grime einzubringen:

Skepta & Wiley – Rolex Sweep

Womit die beiden den nächsten albernen Dancetrend inklusive Anleitungsvideos auf Youtube generiert haben.

Fundstücke 9

send Barack your baby

via criscoconnection

Summeryeah Mix von MT Dancefloor

MT Dancefloor von Saalschutz hat einen Mix ein paar seiner Best-Of 1985 – 2008 auf seinem Blog.

DJ M T DANCEFLOOR – SUMMERYEAH MIX

Intergalactic B@stard – Hell Yeah
Yelle – Je veux te voir (Disco D Remix)
Dino – Summergirls
Kim – Wet n’Wild (Midnight Juggernauts Remix)
4Watt – Dangerous
Ying Yang Twins feat. Pitbull – Shake (Xpress 2 Remix)
Diplo – Buy It Use It
Hollertronix (Diplo) – Work Never Over
Freestyle – Don’t Stop The Rock

Fundstücke 8

Das hab ich mit 16-17 gemacht aber irgendwann ist man doch echt alt genug um zu kapieren was man damit alles zerstört!
OK Ich nehm auf ner GOA auch immer noch 2 Schnipzel und 2-3 Teile

Ich will euch nicht schlecht machen, weil ich mich dann selber mit nennen müsste! Ich will euch nur nen Rat geben damit ihr nicht irgendwann mal hängen bleibt und eh alles zu spät ist!

Das ist doch mal richtig verantwortungsvoller Drogenkonsum. So 2 Schnipzel (was immer das sein soll – irgendwie denk ich da an Pappen) und 2-3 Teile – da kann dem Körper nichts passieren.

Danke für den Rat, ich werd dann den Konsum mal hochschrauben, um mich nicht zu schädigen. Schließlich will ich auch noch morgen kräftig druff sein.

via

SAINT PAULI „Friday I‘m in love“

Guter Mix zum Wochenende von den Hamburger Roktro Typen Saint Pauli.

Tracklist:

01.The Count and Sinden: Beeper (A-Trak RMX)
02.Boys Noize: Oh (A-Trak RMX)
03.Caracho: In Hamburg sagt man ja ja (Saint Pauli RMX)
04.Martin Solveig: C‘est la vie (Bloody Beetroots RMX)
05.B52s: Juliette in the spirits (Saint Pauli RMX)
06.Mika: Lollipop (Yuksek RMX)
07.Busy P: To protect and entertain (Crookers RMX)
08.Sarah Walker: Punani (The Coconut Wireless RMX)
09.Audioporno: Choo choo (Bloody Beetroots RMX)
10.Egotronic: Raven gegen Deutschland (Saint Pauli RMX)
11.Love&Police: Computermusik
12.Pnau: Baby (Breakbot RMX)

>>>download

und hier die Anleitung:

1. Downloaden
2. Bier aufmachen
3. Play drücken
4. Tanzen

Nummer 10 ist der Killer und knallt auch immer, wenn ich den spiele.

das Licht am Ende des Tunnels ist Benders Arsch

Am 27. Juli ist es so weit. Wurde auch Zeit.

via einblog

…auch nicht einfach hat’s

wer nach durchfeierter Nacht dann noch am Badeschiff rumslackt und nicht merkt, daß angenehme Luftbewegungen einem Sonnenbrand nicht vorbeugen. Da hat’s der Yuppie besser, der muß schließlich arbeiten und hat gar keine Zeit sich verbrennen zu lassen. Naja, Rave ist auch diesen Sommer kein Hobby.

endlich schreitet die Kiezgemeinschaft zur Tat

Nachdem Prenzlauer Berg und Friedrichshain schon unterwandert und zersetzt wurden ist jetzt auch schon Neukölln gefährdet. Da schielen doch tatsächlich Menschen, die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse als Studenten oder minderbezahlte Freiberufler gezwungen sind sich günstigen Wohnraum anzumieten nach Neukölln! Allerdings haben sie sich eins nicht nehmen lassen, ein bisschen Stil und Geschmack, weshalb sie wie Aliens aus der Neuköllner Alternativkiezgemeinschaft herauszustechen scheinen. So sind die subversiven Elemente leicht auszumachen und es kann schon in den Anfängen dagegen vorgegangen werden.

Zum Beispiel kann ein Mob organisiert werden, der dann in das jetzt schon feindliche Kreuzberg eindringt, um dort sein barbarisches Bedürfnis ausleben zu können. Da muss man nicht darauf gespannt sein, was dann am 20. Juli alles von den Bäumen und aus den Höhlen der unkolonisierbaren Wildnis des Großstadtjungles Neukölln kriecht.

Eine brauchbare Definition von „Yuppie“ (in meiner Jugend der Neunzehnhundertachtziger war das mal die Abkürzung für Young Urban Professional) wird in den Kommentaren auch endlich geliefert:

Tja, gibt es ein bestimmtes Level für die Yuppierei. Ab achtzehn Uhr, wenn die kleinen Wonneproppen alle in die Heier gehen vielleicht? Braucht mensch dafür eigentlich Abitur oder reicht der Gabelstaplerschein aus? Können Frauen auch YuppieInnen sein oder sind sie nur die Beilage? Überhaupt du fragst ab wann ist man Y…? Aber eigentlich sollte die Frage lauten: „Wann ist mensch kein Yuppie!“ was allerdings zu Panikattaken und allen möglichen Rettungseinsätzen führen würden, sollte mensch auf der O-Strasse oder der Simon-Dach-allee auf so »dumme Gedanken« kommen.

Yuppie beschreibt im Allgemeinen den Mitmenschen den all diese Probleme: Sozialkahlschlag, Überwachungsstaat, Rassismus, Sexismus, Gentrifizierung, neue Armut, polizeiliche Repression und etliches mehr, nicht betreffen, weil er diese Probleme ja oft mutwilligt mit verursacht.

Allgemein, falls deine herzzerreisende Frage überhaupt ernst gemeint ist, unterscheidet der Yuppie sich von seinen Mitmenschen dadurch dass er (oder auch sie) das alles hat was andere Menschen nicht haben, auch wenn Kreuzberg und Friedrichshain sich dadurch auszeichenen dass es dort inzwischen ja mehrheitlich Yuppies sind, weil die örtliche Bevölkerung nach und nach abgewandert ist. Das führt logischer Weise dazu das die Yuppies sich gegenseitig als Yuppies beschimpfen und was bestenfalls zu einer anderen Frage führt: „Welcher Yuppie war zuerst da.“

Ja, das klingt doch nach der alten Slime Platte, die der Schreiber wohl auch zu Hause stehen hat:

Die autochtone Bevölkerung der beiden bösen Yuppie-Kieze Prenzlauer Berg und Friedrichshain wurde von der ersten Generation Yuppies verdrängt: den Alternativen und den folgenden Künstlern. Genau jene führen die bis dahin im Kiezfrieden lebenden Anwohner in die ungewollte Verdrängung, in die Umwandlung zum Szene- und Erlebniskiez.

Auch GSPler können sich hier noch einiges einleuchten lassen, wenn dann mal klar ist für was eigentlich der Yuppie und nicht der Staat zuständig ist.

Deshalb: Yuppies raus aus den Kiezen – Linke und Alternative zuerst.

Fundstücke 7

LMUli (1 month ago)

die klatscher haben keine ahnung von OFFBEAT!!!

Das stimmt so und klingt auch richtig schräg. Allerdings ist es doch fragwürdig für solchen Kommerzquatsch (Video unten) den richtigen Applaus einzufordern anstatt gar keinen. So kann aus den richtigen Gründen das falsche gewollt werden.

Für die Neue Deutsche Welle zwei Jahre zu spät, aber genauso schlecht. Die beiden haben es dann für sich auch bald eingesehen, aber waren dann in den Neunzigern – diesmal zur richtigen Zeit – wieder kommerzgeil dabei: mit Blümchen, für die sie produzierten und Songwriting betrieben. Sandkastenraver und Freunde des schlechten Geschmacks werden mit Blick ins Regal die CDs vielleicht noch entdecken.

Da sie den Hals nicht voll kriegen konnten, wollten sie selber wieder was hippes in die Charts bekommen: „Allein im All“. Da gehören sie auch hin, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es da nicht doch irgendetwas gibt, was mit solcher Musik gequält werden könnte – das Ding floppte. Inzwischen tingeln sie mit neuem Foltermaterial von 80er-Revival-Party zu Ü-30 Party, um Ewig-Gestrige, mit denen sie im Geiste noch verbunden sind, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das waren ja auch die, die schon 1985 für so einen Quatsch Geld ausgegeben haben.

Kein Applaus für Scheiße – damals nicht und heute erst recht nicht.

Auch 1985 gab es gute Musik:

Video „Computerliebe“ gefunden via unterdemstrich.

WoWoW


‚Warcraft‘ Sequel Lets Gamers Play A Character Playing ‚Warcraft‘

der olle Luhmann hätte es wohl gespielt…

heute: Supershirt live @ Desaster Disko, Bang Bang Club


Also da hin, lohnt sich.

Spokesman – Acid Creek

Noch einer – Hammertrack. So richtiger Belgienkram.

jesus loves the acid – me too

waiting anscheinend auch :)

tolle wurst, jetzt hab ich’s im ohr