Emanzipation als infantile Wunschmaschine

Genfood vs. Matriarchat?

Wuhu ! Wir rücken der absoluten Emanzipation vom Manne näher, denn Wissenschaftlern aus Göttingen (?!) ist es gelungen aus weiblichen Mäuseknochenmark Stammzellen zu entnehmen und daraus Sperma zu gewinnen !

Hmm, aber wie war das mit der Gentechnik ? Die war doch böse.

Dumm nur, dass das blöde Genfood moralisch individuellen Allmachtsfantasien im Wege steht. Dabei verspricht doch die dämonisierte Gentechnologie die langersehnte Erlösung vom bösen biologischen männlichen Geschlecht. Nur die Verwendung der Gentechnologie in der Nahrungsmittelindustrie steht der Ablösung patriarchaler Gewalt noch im Wege. Der Kapitalismus machts möglich – der von ihm vorangetriebe technologische Fortschritt verspricht absolute Emanzipation und Endziel innerhalb des bestehenden Systems.

Da wird einem ganz Schwindelig, was ? Nun spricht die Wissenschaft von Revolution und dass das theoretisch auch beim Menschen funktioniert. Das theoretisch heisst natürlich, dass das im Moment noch unmöglich ist, wie das mit Theorien eben so ist…
Aber ich bin völlig fasziniert. Ist das die Abschaffung des Mannes ? Kann ich mich endlich mit Weibchen paaren ? Wer in Biologie aufgepasst hat, der weiß dass da nur Mädchen rauskommen, aber hey, das doch eh das Endziel, oder ?

Ja, da wird einem ganz schwindelig! Die Abschaffung des biologischen Mannes als Endziel der Emanzipation. Denn diese scheint Grundbedingung für eine gentechnologisch geschaffene Möglichkeit der Paarung unter Weibchen zu sein. Eine Revolution fordert immer Opfer – warum sollen diese nicht pauschal alle biologischen Männchen sein? Die braucht ja eh niemand mehr als Objekte biologischer Reproduktion. Als Subjekte kann dieser Abschaum der Menschheit von der wahren Emanze sowieso nicht anerkannt werden. Wieso auch? Denn dann müßte ja mal konkret nachgedacht werden, wie denn die Lösung für das Endziel auszusehen hat.

Prioritäten, die gilt es zu setzen, aber von solchen moralischen Zwängen wollte ich mich doch auch befreien. Tod oder Leben ? Gentechnik oder feministische Autarkie ?

Augenscheinlich entspringt die Absolutheit des theoretischen Endziels einem paranoiden Männerhass. „Leben“ bedeutet natürlich nur das Leben in einer männerbefreiten „feministischen Autarkie“. „Tod“ wird der Gentechnik gleichgesetzt – womit natürlich der letzte Satz völliger Blödsinn ist. „feministische Autarkie“ wird schließlich nur durch den „Tod“ des biologischen männlichen Geschlechts mit Hilfe der Gentechnologie erreicht. Die Priorität des theoretischen Endziels setzt das biologische männliche Geschlecht nicht mehr als Verhandlungsmasse – das muß weg. Der Vernichtungswunsch als Primat. Das theoretisch heißt natürlich, daß das im Moment noch unmöglich ist, wie das mit Theorien eben so ist…

Zum positiven gibt es praktisch auch reflektierte Feministinnen und diese sind weiter als das Infantile aus dem letzten Jahrhundert. Daß nicht jedes selbsternannte emanzipatorische Subjekt im Jetzt die gewünschte Handlungsmacht hat, erscheint wie ein Segen. Damit das so bleibt gründe ich einen Arbeitskreis zur Förderung von Genfood.

maise“ ist schon der richtige Name für den Blog – nur wird die doch mit „e“ geschrieben?

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email